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Das Stichwort lautet Freiwilligkeit Landschaftsplaner Dietmar Narr stellt im Gasthaus Aschauer den Planungsstand zur Ortserneuerung vor.

Stichwort Freiwilligkeit

Neues „Apfeldorf“ muss noch reifen

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Straußdorf – Je konkreter die Straußdorfer Dorferneuerung wird, umso deutlicher wird auch: Es könnte an einigen Stellen durchaus schmerzhaft werden.

Diesen Eindruck nahmen die Besucher der jüngsten Informationsveranstaltung im Gasthaus Aschauer mit nach Hause, zu der der Koordinator der Initiative, Florian Wieser, viele interessierte Bürger im brechend vollen Wirtshaus begrüßen konnte. Alle wollten wissen: „Was könnte mit der Dorfumgestaltung auf uns zukommen?“ Antworten darauf gaben der Landschaftsplaner Dietmar Narr und Heinrich Schneider, der Sachgebietsleiter im Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern.

Von der Anfangseuphorie, die mit der Chance einherging, die eine Dorferneuerung mit sich bringt, haben sich die Verantwortlichen schon ein bisschen verabschiedet – unter anderem, was den Umgang mit dem künftig wohl anwachsenden Straßenverkehr betrifft, den die Grafinger Ostumfahrung nach sich ziehen wird. Aus einem „der Verkehr muss raus“, wurde ein „damit müssen wir umgehen“. Unter anderem wird zur Straßenverschwenkung an der Kirche eine Gebäudebeseitigung in Betracht gezogen, eine Option, für die Narr sich beeilte hinzuzufügen: „Das ist alles freiwillig und geschieht nicht gegen Ihren Willen.“

Trotzdem: Der Mut in der Bevölkerung, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und eigene Vorstellungen zu verwirklichen, für die es auch noch Zuschüsse gibt, ist unverkennbar. „Ich bin überrascht, wie gut Sie alle mitarbeiten. Das hat Hand und Fuß und ist für uns in der Stadtverwaltung eine große Hilfe“, lobte Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne). Dass durchaus Handlungsbedarf besteht, belegte Narr anhand von Zahlen aus seiner Untersuchung, die offenbarten, dass bereits ein Viertel der Gebäude in Straußdorf untergenutzt sind oder sogar leer stehen. Auch der Zustand der Häuser sei zur Hälfte mittelmäßig oder schlecht.

Dabei belegte ein schönes Foto einer Ortsansicht eindrucksvoll, was Narr so formulierte: „Sie sind privilegiert“ – aber man könne eben Gutes besser machen. Eine historische Aufnahme erinnerte daran, dass Straußdorf in der Vergangenheit eine Besonderheit im Landkreis Ebersberg darstellte – als sogenanntes „Apfeldorf“. „Es gab mehr Apfelbäume als Einwohner“, bestätigte Stadtrat Josef Rothmoser als Einheimischer aus seiner Erinnerung. Narr war beeindruckt: „Das kennt man sonst nur aus der Gegend rund um den Bodensee.“

Schneider formulierte ein Fernziel, dem die Dorferneuerung folgen sollte: „Die Menschen sollen nicht alle abwandern.“ Auch er beruhigte die Skeptiker: „Niemand kann gezwungen werden, dass in seinen Privatgrund eingegriffen wird.“ Die Freiwilligkeit, so meinte der Referent weiter sinngemäß, werde vielleicht aber belohnt. „Auch die Bürger bekommen Geld für den Umbau der Gebäude und deren Vorbereich“, kündigte er an. „Das Angebot für Privatberatungen steht“, bekräftigte Wieser in diesem Zusammenhang.

Weitgehend festgelegt haben sich die Beteiligten im Rahmen der Vorplanung inzwischen auf eine Prioritätenliste, auf der die Umgestaltung des Dorfplatzes samt Pfarrstadel mit der größten Punktezahl ganz oben rangiert. Für das historische Gebäude kann man sich eine soziale Nutzung und in Teilen eine Wohnnutzung vorstellen. Ebenfalls ganz große Priorität wird der Neuordnung des Schulhofes eingeräumt. Gleich danach kommt dann schon ein Umbau der Ortseingänge in eine Art optisches Tor, samt Mittelinsel und Baumbepflanzung. Diese Pläne decken sich mit Vorschlägen, die aus dem Straßenbauamt Rosenheim kommen und haben deshalb eine große Chance auf Verwirklichung.

Im Zuge der Umnutzung leer stehender landwirtschaftlicher Gebäude könnten sich die Initiatoren darüber hinaus vorstellen, eine Art Vereinsheim zu errichten. „Das soll aber keine Konkurrenz zum funktionierenden Dorfgasthaus werden“, schränkte Narr ein. Etwas diffus hingegen wirken die Anstrengungen um eine „Grüne Lunge“ im Ort. Schließlich wohnen die Straußdorfer mitten auf dem Land.

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