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Die Stadt Grafing braucht ein Standortmarketing. Zur Schaffung einer Stelle für einen Wirtschaftsförderer konnte sich das Stadtratsgremium bislang nicht durchringen.

Grafinger Stadtrat findet keine Lösung

Bauchlandung für Wirtschaftsförderer

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Grafing – Die Stadt Grafing braucht dringend einen Wirtschaftsförderer. Standortmarketing ist mehr denn je nicht mehr beliebig. Da waren sich alle Fraktionen im Stadtrat am Dienstagabend einig. Und was wurde beschlossen?

Beschlossen wurde, die Stelle eines Wirtschaftsförderers mehrheitlich abzulehnen. Wer darin jetzt keine Logik erkennt, muss weiterlesen.

Auf dem Tisch lag der Vorschlag der Verwaltung mit folgendem Wortlaut: „Der Stadtrat beschließt, für die Aufgaben Wirtschaftsförderung und Klimaschutz eine neue Vollzeitstelle zu schaffen. Die Stelle wird umgehend ausgeschrieben und zum nächstmöglichen Zeitpunkt besetzt. Vorerst wird die Stelle der Kämmerei zugeordnet. Gegebenenfalls ist auch eine externe Besetzung möglich.“ Dieser Antrag fiel hauptsächlich gegen die Stimmen von CSU, FW und Bündnis für Grafing durch. Jetzt muss die Verwaltung einen neuen Vorschlag ausarbeiten und beim neutralen Beobachter stellte sich schnell der Eindruck ein, dass genau das alleiniger Zweck der Übung war.

Das Thema hat ein belastendes Vorspiel, auf das Christian Einhellig (Freie Wähler) in seinem Wortbeitrag noch einmal einging: „Es ist kein Geheimnis, dass die Freien Wähler mit dieser Lösung sehr unglücklich sind.“ Zur Erklärung: Seine Fraktion hatte im Vorfeld dafür plädiert, die Stelle eines Wirtschaftsförderers an eine externe Fachkraft zu vergeben und nicht in der Verwaltung anzusiedeln. In der Erläuterung dazu wurde mehrfach auf die Leistungen hingewiesen, die die Stadträtin der Freien Wähler, Gabriela Wischeropp, bereits erbracht habe, die in Grafing eine Agentur betreibt. Am Tag nach der Sitzung teilten die Freien Wähler dann mit, dass Wischeropp aus „gesundheitlichen Gründen“ ihr Stadtratsmandat niederlegen wird (siehe unten).

Die CSU in Grafing ließ in früheren Wortbeiträgen schon erkennen, dass sie eher ein Fan ist einer schlanken und effektiven Verwaltung ist. Dass aber die in Rede stehende neue Stelle nur zur Hälfte dem Klimaschutz und zur anderen Hälfte der Wirtschaftsförderung zugeordnet werden soll, so wie von der Verwaltung vorgeschlagen, stieß auf Skepsis. „Als Halbtagskraft wird man da niemand finden“, war Max Graf von Rechberg pessimistisch. Thomas Huber hielt es für effizienter, in der Verwaltung nur eine Vollzeitstelle für den Klimaschutz zu schaffen. „Für die Wirtschaftsförderung gibt es externe Fachexpertise, die man kaufen kann“, meinte er und baute damit eine Brücke zum Vorschlag der Freien Wähler. Stadtrat Franz Frey (SPD) hatte dabei sogar schon einen bestimmten Personenkreis im Blick: „Die Banken schicken Leute in den Frühruhestand.“ „Im Moment stellen wir niemand ein“, sagte Obermayr am Mittwoch. 

Einen Kommentar zu diesem Thema finden Sie in der EZ-Printausgabe vom 8. Dezember

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