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Der Grafinger Ortsteil Am Schönblick bekommt Zuwachs. Jetzt soll dafür ein planungsrechtlicher Wettbewerb durchgeführt werden.

Grafinger Stadtrat beschließt Planungswettbewerb für Ortsteilerweiterung am Schönblick

Lieber die Verantwortung verteilen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Der Grafinger Stadtrat hat den nächsten Schritt unternommen, damit am nördlichen Rand des Ortsteils Schönblick eine neue Siedlung entstehen kann.

Grafing – Einstimmig wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums der Einstieg in ein planungsrechtliches Prüfverfahren beschlossen.

„Wir würden gerne einen Wettbewerb durchführen“, erläuterte Bauamtsleiter Josef Niedermaier den Stadtratsmitgliedern. Unabhängig von dessen Ergebnis wurde aber bereits deutlich, was auf dieser lukrativen Fläche in bester Lage entstehen beziehungsweise besser nicht entstehen soll: „Einzelhäuser und Doppelhäuser, aber kein massierter Geschosswohnungsbau.“ Das würde den Charakter der Siedlung am Schönblick stören.

Dagegen erhoben sich im Gremium keine Einwände, obwohl sich der Stadtrat nach einer ähnlichen Planung in der Wolfschlucht in der Vergangenheit schon der massiven Kritik aus der Bevölkerung gegenüber gesehen hatte. Für sozialen Wohnungsbau kommt der Schönblick aber ohnehin nicht in Frage. Auch dann, wenn die Siedlung nach deren Erweiterung weiterhin eine exklusive Adresse bleiben wird, sind die Anlieger doch in Sorge, ob die Max-Wagenbauer-Straße ausreichend dimensioniert ist, um mit dem zu erwartenden zusätzlichen Verkehr fertig zu werden. Die Straße zweigt in einem Kurvenradius nämlich nicht gerade an der übersichtlichsten Stelle etwa im 90-Grad-Winkel von der Rotter Straße ab. Sie soll das hinter der bereits bestehenden Siedlung angedachte, neue Wohngebiet erschließen. „Das ist ein sehr sensibler Bereich“, meinte Niedermaier. Um Fehler zu vermeiden und wohl auch, um die Last der Verantwortung etwas zu verteilen, wird jetzt nach dem Willen des Stadtrates ein Planungswettbewerb mit Preisgericht durchgeführt. Die Stadträte müssen sich deswegen aber nicht bevormundet fühlen, denn sie sind nicht verpflichtet, die dann preisgekrönten Vorschläge auch annehmen.

Zu dem finanziellen Aufwand für die Untersuchung meinte Niedermaier. „Ich schätze grob, dass so ein Wettbewerb etwa 20 000 Euro kosten wird.“

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