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Hans Rombeck (l.) von der Grafinger Tafel wird von den Grundschülern empfangen, die Lieder einstudiert hatten. 

Viertklässler der Grafinger Grundschule sammeln erfolgreich

„Tafeln sind kein Aktionismus“

Seit 15 Jahren gibt es die Grafinger Tafel jetzt. Die Kunden sind immer mehr geworden, weil auch die Armut zugenommen hat.

Grafing Zum 13. Mal trafen sich vor wenigen Tagen die Viertklässler der Grundschule Grafing gemeinsam mit ihren Religions- und Ethiklehrerinnen, Rektorin Renate Schwarz-Reis und ihrem Konrektor Knut Schweinsberg in der Aula ihrer Schule, um der Grafinger Tafel die während der Fastenzeit gesammelten Lebensmittel zu übergeben.

Mit dem Lied „Wenn viele kleine Leute...“ begrüßten sie Hans Rombeck als Vertreter der Grafinger Tafel und verdeutlichten damit, dass aus vielen kleinen Einzelspenden zum Schluss ein großer Spendenberg werden kann. Und dass dieses gemeinsame Tun auch Spaß und Freude bringen kann, unterstrichen sie mit ihrem Lied „Gemeinsam lachen macht uns Spaß“. Dass die Viertklässler aber nicht nur musikalisch gut drauf, sondern auch gut im Sammeln sind, bewiesen sie mit zahlreichen Kisten voller Warenspenden, die sie voller Stolz der Grafinger Tafel spenden konnten.

Seit 2005 besuchen Hans Rombeck und Lilo Rosin, die heuer aus gesundheitlichen Gründen erstmalig nicht dabei sein konnte, jedes Jahr die 4. Klassen und stellen ihre ehrenamtliche Arbeit im Rahmen einer Religionsstunde vor. Sie geben dabei auch einen Einblick in das Thema Armut.

Heuer im Jahr der vielen Tafel-Jubiläen war es für Hans Rombeck ein besonderer Anlass, denn vor 55 Jahren entstand in Phönix, Arizona, die Tafelbewegung, vor 25 Jahren wurde mit der Berliner Tafel die erste Tafel in Deutschland gegründet und im Herbst 2003 öffnete die Tafel in Grafing erstmalig ihre Tür, um Menschen mit niedrigem Einkommen mit Lebensmitteln zu unterstützen.

Hans Rombeck erinnert sich: „Als wir vor fast 15 Jahren die Tafel in Grafing eröffneten, wurde uns von Vielen immer wieder vorgeworfen, dass die Tafel nur Aktionismus sei, denn es gäbe in Grafing keine Armut, aber es gibt sie. Sie versteckt sich nur häufig“, sagte der Initiator und Mitgründer der Grafinger Tafel. Und dass sie noch heute bestehe und auch heute noch jede Woche von vielen in Anspruch genommen werde, zeige, dass die Einrichtung notwendig sei, so Rombeck.

Im Laufe der Jahre wurde das Armutsthema beim Besuch der Schulklassen um die Thematik Lebensmittel-Verschwendung ergänzt. Denn die meisten Lebensmittel würden zuhause weggeworfen, so Rombeck weiter, obwohl sie noch jederzeit zum Verzehr geeignet seien. Durchschnittlich wirft jeder in Deutschland pro Jahr mehr als 80 Kilo Lebensmittel weg, während auf der anderen Seite Tausende von Menschen nicht ausreichend zu Essen haben. Rombeck ermahnte die Schüler, umsichtig mit Nahrungsmitteln umzugehen. Er forderte die Viertklässler auf: „Bevor Ihr Lebensmittel wegwerft, überprüft erst, ob sie tatsächlich verdorben sind. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum.“  ez

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