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Zufahrt zum Bauunternehmer im Grafinger Ortsteil Haidling. Die Firma will an dem Standort massiv erweitern, der Bauausschuss des Stadtrats stellte dafür die Weichen. 

Grafinger Wirtschaftspolitik

Gewerbezentrum als Zukunftsmusik

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Welchen Weg wird Grafing gehen, um weiterhin Gewerbeansiedlung zu ermöglichen? Antworten auf diese Frage wurden jetzt diskutiert.

Grafing – Aktuell ging es um die Erweiterung eines Bauunternehmens in Haidling und um eine Fläche auf Höhe Bachhäusl am südlichsten Siedlungsrand von Grafing. Die wurde bisher ebenfalls von einem Bauunternehmer genutzt, der dabei die gesetzlichen Vorgaben in der Vergangenheit weitestmöglich zu seinen Gunsten ausgelegt hatte. Ein dazugehöriger Lagerplatz östlich der Straße nach Elkofen im Anschluss an das neue Betriebsgelände einer Grafinger Metzgerei liegt nämlich bereits im dortigen Landschaftsschutzgebiet, was den Verantwortlichen der unteren Naturschutzbehörde wiederum schwer im Magen liegt. Dieses Gebiet soll Landschaftsschutzgebiet bleiben, eine weitere Entwicklung haben die Bauausschussmitglieder einstimmig unterbunden. Der Platz muss geräumt werden. Für den ganzen Rest des Geländes, westlich der Straße und vor dem dahinter liegenden Kleingartengebiet gelegen wird ein Bebauungsplan aufgestellt, wofür auch der Flächennutzungsplan geändert werden muss. Das Areal, auf dem sich stark sanierungsbedürftige Wohnbebauung befindet, hat inzwischen den Besitzer gewechselt und wurde von einem Grafinger Bauträger erworben. Für die auf dem Gelände befindlichen ökologisch wertvollen Flächen wird die Stadt aber das ihr vom Gesetzgeber eingeräumte Vorkaufsrecht ausüben. Gerichtlich geklärt werden muss wohl die Frage, ob das Areal dem Außenbereich oder bereits dem Innenbereich zuzuordnen ist, nachdem gegenüber das bestehende Gewerbegebiet Haidling bereits an die betreffende Fläche herangewachsen ist. Vermutlich wird es ein Mischgebiet werden.

Das Betriebsgebäude des Bauunternehmens in Haidling wiederum soll erweitert werden dürfen, und wird nach Abschluss der Bauleitplanung sich doppelt so groß ausdehnen wie bisher.

Dabei war ein Blick in die Historie interessant, den Bauamtsleiter Josef Niedermaier erläuterte: Früher sei das Gebäude ein Bauernhof gewesen, später sei ein nachgezogenes Bauunternehmen dazugekommen, das deshalb im Außenbereich zulässig war. Das Bauunternehmen wurde immer größer, der Bauernhof immer kleiner. Ohne eine entsprechende Bauleitplanung wäre deshalb eine Erweiterung nicht mehr möglich. „Irgendwann ist das Ende erreicht“, meinte Niedermaier. Der Aufwand dafür, trotzdem eine Erweiterung zu ermöglichen, sei „immens“. Es müsse auch hier der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dazu wird es notwendig, eine Zufahrtsstraße zu verlegen. Die Kosten trägt der Bauwerber, die Pläne macht der Planungsverband äußerer Wirtschaftsraum. Der Beschluss fiel einstimmig.

Vorher hatte Ratsmitglied Ernst Böhm (SPD) den Blick darauf gelenkt, dass die freie Fläche zwischen dem bestehenden Baumarkt und dem erweiternden Bauunternehmen sich für eine weitere Gewerbeansiedlung anbiete. Damit entstünde dann wohl eine Art neues Gewerbezentrum in Grafing.

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