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„Die hatten schwarze Handschuhe an. Das ist mir nicht ganz koscher vorgekommen“: Sabine Obermaier am Kinderspielplatz in der Bahnofstraße in Grafing, wo die Täter ihre Beute „zwischenlagerten“. 

Am Mittwoch im Morgengrauen

Diese Grafingerin hat zwei Einbrecher geschnappt

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Ein schneller Fahndungserfolg ist der Polizei  in Grafing gelungen. Dabei wurden am Mittwoch zwei Einbrecher auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Die Beute wurde sichergestellt.

Grafing– Der alles entscheidende Tipp kam von einer aufmerksamen Nachbarin. Sabine Obermaier (36) wollte gerade zu ihrer Arbeitsstätte in einer Grafinger Bäckerei aufbrechen, als sie die Täter dabei beobachtete, wie sie ihre Beute in Müllsäcken aus einem Fachgeschäft für Modelleisenbahnen auf den nahen Kinderspielplatz in der Bahnhofstraße schleppten. „Die hatten schwarze Handschuhe an“, berichtet die Frau, die im selben Haus wohnt, in dem sich das Geschäft befindet. „Das ist mir nicht ganz koscher vorgekommen.“ Ihr Verdacht sollte sich im Nachhinein als richtig herausstellen.

So hatte sich der Einsatz abgespielt: Nach Mitteilung der Polizei hatte die Anwohnerin des Modelleisenbahngeschäftes in der Bahnhofstraße verdächtige Geräusche gehört. „Auf der Straße haben sich Männer unterhalten.“ Als Sabine Obermaier nachsah, bemerkte sie, dass zwei Unbekannte im Begriff waren, das Geschäft auszuräumen. „Einen habe ich nur kurz gesehen“, der habe vielleicht aufgepasst, ob jemand komme. Das war um 4.18 Uhr. Es kam dann auch jemand, und zwar die Polizei.

Die aufmerksame Nachbarin verständigte die Ebersberger Inspektion, die daraufhin eine Fahndung einleitete. Es gelang den eingesetzten Streifenbeamten, die zwei mutmaßlichen Täter auf frischer Tat zu überraschen. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums handelt es sich dabei um zwei Deutsche im Alter von 61 und 49 Jahren.

Die Männer wurden vorläufig festgenommen. Die Vernehmung der beiden Tatverdächtigen durch die Kripo Erding dauerte am Mittwochnachmittag an.

Hat der Chef geschimpft, weil die Heldin zu spät kam?

Obermaier lotste die Beamten nach dem Telefonat mit der Polizei auf den Kinderspielplatz, wo sich die Täter aufhielten. „Wenn ich gewusst hätte, dass die noch da waren, wäre ich vielleicht nicht mitgegangen“, sagte sie im Nachhinein erleichtert, dass sie zur schnellen Aufklärung eines Verbrechens beitragen konnte. „Dank mir ist die Ware noch da“, meinte sie am Nachmittag nicht ohne berechtigten Stolz. Die Beute wäre umfangreich gewesen. „Die haben acht Säcke aus dem Geschäft herausgeschleppt und auf den Kinderspielplatz getragen.“ Dort wollten die Einbrecher ihre geklaute Ware offensichtlich vor dem Abtransport kurz zwischenlagern.

Hier rollen Juwelendiebe ihr Beute in Mülltonnen weg

Nach der Verhaftung der zwei Täter ist die Sache für Sabine Obermaier noch nicht erledigt. Gegen 8 Uhr kommt die Polizei nochmals vorbei. Die 36-Jährige macht ihre Aussage. An einen pünktlichen Arbeitsbeginn ist an diesem Tag nicht mehr zu denken. Hat ihr Chef sie deshalb geschimpft? „Geschimpft haben sie nicht, aber sie haben gesagt, ich hätte anrufen sollen.“ Das war der aufmerksamen Frau aber in dem Trubel nicht möglich „und bei der Zeugenaussage hätte ich eh nicht telefonieren können“, berichtet sie. Mit dem Besitzer des Geschäftes, in das eingebrochen worden war, hatte Sabine Obermaier auch schon Kontakt: „Er hat ,Danke’ zu mir gesagt.“

Wie Einbrecher vorgehen, können Sie in diesem Text nachlesen.

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