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Monika Kolic (links) mit den fleißigen Hundekotsammlern im Grafinger Dobel. Die Aktion soll wiederholt werden. 

Sammelaktion der besonderen Art

Kampf gegen Hundekot: Grafingerin geht neue Wege

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„Ich gehe in Grafing gerne spazieren und da sind mir überall die vielen Hundehaufen aufgefallen“, sagt Monika Kolic (38). Sie hat selbst zwei Hunde und organisierte jetzt eine Hundekotsammelaktion.

Grafing „Die Idee ist mir gekommen, als ich mit Kundenhunden Gassi gegangen bin. Mich wundert immer wieder, wieviele Haufen so rum liegen“, sagt die 38-Jährige. „Bei mir sind alle Kundenhunde angeleint, somit entgeht mir kein Haufen“, berichtet sie aus ihrer täglichen Praxis. Kolic betreibt den Gassiservice Pfotenhilfe-Ebersberg. „Außerdem habe ich selbst schon mehrfach den Dreck aus den Stiefeln meiner Kinder kratzen müssen.“ Die Mutter suchte deshalb das Gespräch mit Wolfgang Bilo von der Grafinger Kämmerei und mit Marinus Greithanner, dem Leiter des städtischen Bauhofs. 

„Ich wurde ich mit Säcken und gutem Zuspruch versorgt“, freut sich die Hundefreundin. Dann wurden Flyer aufgehängt mit Informationen zur geplanten Sammelaktion. Auch die Mundpropaganda funktionierte: „Hundehalter informierten Hundehalter.“ Das Interesse sei sehr groß gewesen, leider seien viele, die ursprünglich teilnehmen wollten, bereits im Osterurlaub gewesen. „Ich wollte Hundehalter sensibilisieren und geplagten Mitbürgern signalisieren, dass nicht alle gleich sind und sich auch manche Hundehalter selbst am Hundekot stören. Oftmals bekommt man die berechtigte Wut der Anwohner zu spüren, leider trifft es dann meistens die Falschen, nämlich die Aufsammler.“

Aktion soll wiederholt werden

Weil sie mit ihren Kunden viele Aktionen mache, sei auch diese Initiative sehr gut angenommen worden, berichtet Kolic. „Es wird eine weitere Aktion gewünscht, die dann in einem anderen Abschnitt in Grafing später im Jahr stattfinden wird“, kündigt sie an. Abgeklaubt wurde diesmal: Der Eingang zum Dobelwald beginnend in der Schlossstrasse, die Felder an und um den Schlittenberg und angrenzende Siedlungsstraßen inclusive des dortigen Bolzplatzes.

„Insgesamt waren es gut 20 Kilogramm, wovon überraschenderweise die Hälfte der Menge Müll aus Menschenhand war. Was natürlich auch mitgesammelt wurde“, so Kolic. Bis zur nächsten Sammlung kann es allerdings ein bisschen dauern. Denn die Bauern würden es nicht gerne sehen, wenn Spaziergänger oder eben Hundekotsammler frisch angesäte Felder oder aufwachsende Wiesen betreten. Aber eine Wiederholung der Aktion soll es auf alle Fälle geben, so Kolic.

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