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Endlich wieder Volksfest: So teuer wird‘s in Grafing und der Region

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Von: Josef Ametsbichler

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Eine Bedienung trägt ein Tablett mit knusprigen Hendln durch das Festzelt des Grandauer Volksfestes. Am Freitag, 20. Mai, startet nach zweijähriger Corona-Pause eine Neuauflage der beliebten Wiesn.
Eine Bedienung trägt ein Tablett mit knusprigen Hendln durch das Festzelt des Grandauer Volksfestes. Am Freitag, 20. Mai, startet nach zweijähriger Corona-Pause eine Neuauflage der beliebten Wiesn. © Stefan Rossmann

Nach zweimaliger Zwangspause endlich wieder ein Grafinger Volksfest – das ist mal eine gute Nachricht. Die weniger gute: Besucher werden dort, dem allgemeinen Trend folgend, den Geldbeutel weiter aufmachen müssen als früher.

Grafing - Darauf haben viele gewartet: Vom Freitag, 20 Mai, bis Dienstag, 31. Mai, wird am Grafinger Volksfestplatz an der Urtel gefeiert. Erstmals die Zehn-Euro-Schallmauer durchbricht dann die Mass Grandauer Festbier mit einem Literpreis von trinkgeldfreundlichen 10,30 Euro (2019: 8,60 Euro), dasselbe kostet das halbe Hendl vom Grill mit Semmel.

Grandauer Volksfest: Festbier ist mehrfach preisgekrönt

Dafür ist das Bier heuer erstmals mehrfach preisgekrönt, darüber freut sich Wildbräu-Chef Gregor Schlederer. Sein Braumeister Johannes Hartwig habe mit dem Grandauer Festbier etwa den World Beer Award und die Goldmedaille beim internationalen „Concours de Lyon“ abgeräumt. Und mit seinem Bierpreis gehöre das Grafinger Fest „zu den günstigeren“, sagt Festwirt Anton Kainz über seine Kalkulation Das habe sich jüngst bei einem Treffen der bayerischen Festwirte gezeigt.

Obwohl über den Vorbereitungen das Corona-Damoklesschwert schwebte, habe das Volksfest-Team schon im Februar den organisatorischen „Großangriff“ gestartet, berichtet der Festwirt, der heuer sein 16. Grandauer Volksfest ausrichtet, der EZ. Von den Bedienungen und Securitys über Schänke, Küche und Büro umfasse das Personal im Festzelt an den geschäftigsten Tagen rund 80 Leute. „Man muss froh sein, wenn man die alle zusammenkriegt“, sagt Kainz.

Viele Bedienungen haben sich während Corona andere Jobs gesucht

So hätten sich etwa viele Bedienungen unter der Coronakrise andere Jobs gesucht und gezögert, diese zugunsten der unsicheren Verhältnisse in der Gastronomie wieder aufzugeben. Auch um die Musikgruppen – wie die „Stammkapelle“, die Glonner Musi, kämen die meisten aus der Region – habe man buhlen müssen: „Heuer wird das Dreifache gefeiert“, sagt Kainz über lang verschobene Jubiläen, Firmenfeiern, Hochzeiten: „Alle gehen in die Vollen.“

EZ-Bierpreis-Check

So viel kostet die Mass Bier auf den Volksfesten in der Region.

Augsburger Osterplärrer, 17. April bis 1. Mai: 10,30–10,50 Euro

Brucker Volksfest Fürstenfeldbruck, 22. April bis 1. Mai: 9,80 Euro.

Frühlingsfest München, 22. April–8. Mai: 11,90–12,80 Euro

Volksfest Gmund am Tegernsee, 12.–16. Mai: 9,80 Euro

Frühlingsfest Großkarolinenfeld, 20.–29. Mai: 9,80 Euro

Grandauer Volksfest Grafing, 20.–31. Mai: 10,30 Euro

Wasserburger Frühlingsfest, 25. Mai–6. Juni: 10.30 Euro, 30 Cent gehen an Ukraine-Hilfe

Lohhofer Volksfest, Unterschleißheim, 3.–12. Juni: 8,80 Euro

Volksfest Vaterstetten, 15.–21. Juni: vrsl. 9,80 Euro laut Festwirt

Gäubodenfest Straubing, 12.–22. August: 11,30 Euro

Volksfest Ebersberg, 12.–22. August: 10,30 Euro

Dachauer Volksfest, 13.–22. August: 8,60 Euro

Oktoberfest München, 17. September bis 3. Oktober: 13,60–14,90 Euro (spekulativ)

Bräu und Festwirt vermuten, dass nach drei Jahren Wartezeit seit 2019 der Andrang auf den Volksfestplatz groß sein wird – „da gehen Jugendliche, die damals 15 waren heuer mit 18 zum ersten Mal selbstständig aufs Volksfest“, rechnet Anton Kainz vor. Auch an den Reservierungen („mehr als letztes Mal“) zeichne sich großes Interesse von Firmen, Vereinen und Privatleuten ab.

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Neben den Leckereien- und Gewinnbuden umfassen die Attraktionen heuer als Fahrgeschäfte Riesenrad, Autoscooter, das beliebte Superhupferl und den „Tropical Trip“, so Brauereichef Schlederer. Auch dort sei mit kräftigen Preissteigerungen zu rechnen, beobachtet Festwirt Kainz, doch habe der Andrang auf anderen Festen gezeigt, dass die Kunden dies nach der Auszeit in Kauf nähmen.

Festwirt: „Es wird einfach überall alles teurer“

Festwirt und Bräu begründen die höheren Preise auf der Festzelt-Speisekarte mit gestiegenen Kosten bei Personal, Energie, Lebensmitteln, Zeltmiete. „Es wird einfach überall alles teurer“, sagt Anton Kainz. So koste ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts nun 25 Euro die Stunde statt 20 Euro noch 2019. Schon jetzt seien die im Februar kalkulierten Preise grenzwertig. Trotzdem wolle er etwa den Bierpreis auch fürs Ebersberger Volksfest halten, wo er ebenfalls Festwirt ist. „Das muss zusammenpassen.“ Aus welchen Faktoren und Margen sich Bierpreis Preissteigerung genau zusammensetzen, verrieten Bräu und Festwirt auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung nicht. „Eher niedriger als in der Wirtschaft“, sagt Kainz über die Preise auf der Speisekarte. Vom Wurstsalat, Leberkäs oder Schweinswürstl für 7,90 Euro über die Schweinshaxe für 12,50 Euro bis zum Ochsenburgunderbraten für 14,90 Euro – „kein Mittagessen über 15 Euro!“

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