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Die Volleyballmannschaft des TSV Grafing, hier Julius Höfer, ist ein Aushängeschild der Stadt. Zur Bundesligatauglichkeit fehlt der Mannschaft Hallenhöhe. 

Im Zusammenhang mit der Berufsschule

Der große Traum von der Riesenhalle in Grafing

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Der Bau der Berufsschule in Grafing-Bahnhof ist eine einmalige Chance für die Stadt, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Profitieren könnten davon nämlich auch die Sportvereine – und nicht nur die aus Grafing selbst.

Grafing – Diesen Gedanken hat Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Bündnis 90/Die Grünen) jetzt in einem Schreiben an Landrat Robert Niedergesäß (CSU) formuliert. Der Kreischef hatte darum gebeten, erste Bedarfsermittlungen anzustellen. „Entscheiden muss das der Stadtrat“, sagt Obermayr.

Die Bürgermeisterin hat eigener Auskunft nach auf die Bitte des Landrats hin Gespräche geführt mit der TSV-Vorsitzenden Anna Hopfes und dem Manager der Volleyball-Bundesligamannschaft Johannes Oswald. Der Stadtrat wurde jetzt in Kenntnis gesetzt.

Anna Hopfes ist Sportlehrerin am Gymnasium Grafing und habe somit auch die Bedürfnisse ihrer Einrichtung im Blick, so Obermayr. „Um eine möglichst optimale Lösung zu realisieren, ist eine frühzeitige Einbindung der Sporttreibenden unbedingt wichtig“, meinte die Bürgermeisterin in ihrem Antwortschreiben an Niedergesäß, bei dem sie sich bedankte „für die Initiative des Landkreises, die Chance zu ergreifen, die Sportlandschaft des südlichen Landkreises erheblich zu verbessern.“

Mit ins Boot geholt werden sollen dazu die Gemeinden Aßling und Glonn, was auch Obermayrs Vorschlag für eine „Sechsfachhalle in ausreichender Höhe für die Ballsportarten“ erklärt. Dabei handle es sich jedoch um eine „Maximalforderung“, schränkt die Bürgermeisterin ein. Entscheidend seien auch die Vorstellungen eben der Kommunen Glonn und Aßling. Nach einer daraus resultierenden Kostenschätzung müssten die Bedürfnisse der Vereine „den finanziellen Möglichkeiten angepasst werden“. Das sei Sache der kommunalpolitischen Gremien. Auch Schritt für Schritt könne dabei vorgegangen werden, wenn dafür von Anfang an die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, so Obermayr sinngemäß.

Für Grafing selbst hätte ein solches Projekt einen besonderen Charme: Er läge vor allem auch darin, Ballsportarten nach Grafing-Bahnhof auszulagern und dadurch Kapazitäten in den bestehenden Grafinger Hallen zu schaffen. Dass das wünschenswert wäre, zeigte sich bei näherer Betrachtung der Hallenauslastung. Teilweise überlagert sich der Trainingsbetrieb bereits. Termine zu finden zur Austragung von oberbayerischen und bayerischen Jugendmeisterschaften ist schwierig, es gibt keine Möglichkeiten zur Veranstaltung einer großen Turngala oder Show. Training muss schon in andere Hallen ausgelagert werden, ergaben die Untersuchungen.

Mit ein sportliches Aushängeschild ist die Grafinger Volleyball-Mannschaft als amtierender Meister der II. Bundesliga und derzeit Tabellenzweiter mit einem Punkt Abstand zur Spitze. Zur Bundesligatauglichkeit fehlen der erfolgreichen Mannschaft leider knappe zwei Meter Hallenhöhe in der Jahnhalle und die notwendige Halleninfrastruktur samt der Tribünenplätze – und das sind nicht wenige. Für die erste Liga wären 2500 notwendig auf allen vier Seiten. Das ist jedoch Zukunftsmusik, ebenso wie die Schaffung von Räumen zur Doping-Kontrolle und für Pressekonferenzen. Möglicherweise ließen sich die Mehrkosten auch über eine Partnerschaft finanzieren, ähnlich der Bayernwerk-Arena in Unterhaching oder der Sparkassen-Arena in Landshut.

In jedem Fall werden sich die Kommunalgremien und der Kreistag Gedanken darüber machen müssen, welchen gemeinsamen Aufwand sie betreiben wollen und zu welchem sie überhaupt finanziell in der Lage sind.

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