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Blick von oben auf die Nordseite der Schule im Modell.

Grundschule Grafing

Runderneuerung für die alte Schimmelburg

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Grafing - Diese Sanierung ist längst überfällig: Der Grafinger Stadtrat hat einen millionenschweren Umbau der Grundschule an der Kapellenstraße auf den Weg gebracht. Die Verschuldung der Stadt wird dramatisch ansteigen – auf 25 Millionen Euro im Jahr 2021 inkl. der Belastungen durch die Stadtwerke.

Der Beschluss erfolgte fast einstimmig. Lediglich Josef Pollinger (CSU) hob die Hand dagegen. Er hätte die Maßnahmen lieber gestreckt. Das hätte für die Schulkinder freilich eine Dauerbaustelle bedeutet und das war für alle anderen Ratsmitglieder eher eine Schreckensvorstellung.

Der Verlauf der Diskussion hätte das Abstimmungsergebnis nicht vermuten lassen. Denn bevor die Ratsmitglieder in die Präsentation des Entwurfs durch den Architekten Alexander Müller einstiegen, nutzte die Elternbeiratsvorsitzende Evelyn Lechner die Bürgerfragestunde zu einem Plädoyer für einen zweiten Standort – etwa bei Gindlkofen. Das Bündnis für Grafing griff diesen Vorschlag bereitwillig auf. Marlene Ottinger formulierte ihre Bedenken angesichts der Tatsache, dass künftig 600 Kinder die Grundschule in Grafing besuchen werden. „Mich hat das Entsetzen gepackt“, meinte sie. Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) wies darauf hin, dass bereits zu einem früheren Zeitpunkt und ohne Renovierungsmaßnahme schon 570 Schüler hier unterrichtet worden waren. „Das ist also nichts Neues“, meinte sie und warnte davor, die Angelegenheit wieder zu vertagen, so wie es Stadtrat Heinz Fröhlich (Bündnis) vorgeschlagen hatte. „Wir sollten nochmal in Klausur gehen“, meinte er. Auf die Frage von Obermayr: „Was sage ich dann der Schulleitung?“, hatte freilich niemand eine Antwort. Keine Antwort hatten die Befürworter eines zweiten Standortes auch auf die Frage, wie die Kinder von Gindlkofen dann zu den Sportstätten in der Kapellenstraße gelangen würden.

Die Schule hätte längst saniert werden müssen, machte auch Kämmerer Christian Bauer deutlich, der anschließend die Aufgabe hatte, die Finanzierbarkeit des Projektes aufzuzeigen. Er zeigte dabei Zuversicht, wenn seine Gleichung auch entscheidend davon abhängen wird, dass sich die Konjunktur in den kommenden Jahren ähnlich positiv entwickeln wird wie in jüngster Vergangenheit. Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln derzeit geradezu.

Kernstück der Umbaumaßnahmen ist ein Nordtrakt, der auf Stelzen an das bestehende Gebäude angebaut werden soll. Der Vorteil: Der Pausenhof bleibt in etwa erhalten, im ersten und zweiten Stock entstehen neue Räume, zwischen Anbau und Altbau wird eine Aula installiert. Die Mittagsbetreuung darf ihren verschimmelten Keller verlassen und kommt ins Obergeschoss des Neubaus, auf dem auch eine Dachterrasse entstehen wird, die als zusätzliche Pausenfläche benutzt werden kann. Kostenpunkt samt energetischer Sanierung: Etwa elf Millionen Euro. Jetzt soll der Elternbeirat mitreden dürfen.

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