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„Da kommt die neue Schule hin“: Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr zeigt mit dem Regenschirm auf das reale Grundstück, Landrat Robert Niedergesäß mit dem Finger auf den Plan.

Ortstermin

Hier wird Grafings Berufsschule entstehen

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Die erste Prüfung hat die neue Berufsschule in Grafing bereits erfolgreich hinter sich, viele andere werden noch folgen– unter anderem die notwendige Flächennutzungsplanänderung.

Grafing – Das Grundstück jedenfalls, auf dem die Bildungseinrichtung entstehen soll, ist notariell verbrieft. Es liegt westlich von Grafing-Bahnhof und schließt an die dortigen Parkflächen an, auf die viellelicht ein Parkdeck aufgesetzt werden wird. Der Notartermin für den Grundstückskauf war schon Mitte August. „Alle haben unterschrieben“, sagte Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr bei einem Ortstermin sichtlich erleichtert.

Obermayr bedankte sich ausdrücklich bei der Landwirtsfamilie, die ihren Nutzgrund für das Projekt zur Verfügung stellte. Die Bürgermeisterin nannte eine Kaufsumme von drei Millionen Euro. Landrat Robert Niedergesäß und die Finanzchefin des Landratsamtes, Brigitte Keller, konnten zwar noch keinen genauen Fahrplan, doch aber einen Zeithorizont nennen, wann das 50-Millionen-Projekt in Betrieb gehen könnte – und das wäre eventuell in fünf Jahren.

Genauere Details werden bei der Sitzung des Fachausschusses für Soziales, Familie und Bildung am 2. Oktober in der Kreisbehörde zur Sprache kommen. Viele Dinge müssen noch geklärt werden, unter anderem die Kostenverteilung, das genaue Raumprogramm, oder die Frage, welche Sportstätten auf dem 50 000 Quadratmeter großen Grundstück angegliedert werden sollen.

Auch über die Fachrichtungen herrscht bislang keine endgültige Klarheit. Fest steht allerdings, dass das Fach „Digitale Kompetenz“ mit angeboten wird – und das wäre ein Novum in Bayern, wie Niedergesäß betonte. Bisher in Rede stehen außerdem die Fachrichtungen Einzel-, Groß- und Außenhandelsfachmann, Zahnmedizin, Lagerlogistik, Kfz-Mechatronik sowie eine Fachakademie für Kindererziehung und eine Berufsfachschule für Kinderpflege. Möglicherweise wird es Vorläuferklassen geben, kündigte der Landrat an. Keller verwies darauf, dass der Bau der Berufsschule das größte Projekt werden wird, das der Landkreis jemals verwirklicht habe, sehe man einmal von der Kreisklinik ab, deren Umbau jedoch in Abschnitten bewältigt wurde.

„Die Berufsschule ist eine große Chance für Grafing“, sagte Obermayr. Junge Menschen seien eine Bereicherung für die Stadt und den Wirtschaftsstandort. Die Bürgermeisterin bedankte sich ausdrücklich bei ihrem eigenen Bauamt, dem die Grundstückssicherung „in Rekordzeit“ gelungen sei. Die Stadt plant zusammen mit dem Landratsamt eine Informationsveranstaltung für die Bürger. Voraussichtlicher Termin dazu ist der 29. September. Die Schule wird Platz bieten für etwa 2000 Schüler, täglich werden sie etwa 800 Auszubildende besuchen. Zum Vergleich: In das Gymnasium Grafing gehen täglich etwa 1100 Schüler. Die Berufsschule bekommt aber eine eigene Zufahrt.

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