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Malermeister Michael Hirschläger bei der Innenrenovierung. Die obligatorische Zigarre ging ihm dabei nie aus.

Hofkapelle in Gasteig zwischen Grafing und Ebersberg

Madonna strahlt wieder

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Ein Renovierungsvorhaben kann dauern. So war es auch bei der Instandsetzung der Deutschenbaur-Hofkapelle in Gasteig zwischen Ebersberg und Grafing.

Grafing – Mitinitiator und Begleiter war dabei Kreisheimatpfleger Markus Krammer, der inzwischen verstorben ist. Er hätte aber sicher seine Freude an dem jetzt in neuem Glanz erstrahlenden Klein-Sakralbau.

Johann Hupfer vor der Kapelle, die zur Erhaltung dringend saniert werden musste

Entscheidenden Anteil an der Renovierung hatten auch Johann Hupfer von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde, die Grafinger Stadtkapelle und Malermeister Michael Hirschläger sowie die Eigentümer der Kapelle. Aber der Reihe nach.

Das Bauwerk wurde wohl um das Jahr 1900 errichtet. Genau weiß das auch Hupfer nicht mehr. Dass es als Lourdes-Kapelle gestaltet wurde, würde für diese Annahme sprechen, weil viele davon eben in dieser Zeit aufgestellt wurden. „Lourdes-Madonnen besitzen unabhängig von ihrem künstlerischen Wert eine symbolische Bedeutung, weil 1858 die Muttergottes in Lourdes in Südfrankreich mehrmals dem Mädchen Bernadette Soubirous erschien“, so Hupfer. Vorhanden sind auch noch sieben von 14 kleinen Kreuzwegstationen in Öldruck, eingerahmt in Zigarrenschachtelholz, wie das früher üblich war. Das hat Kreisheimatpfleger Markus Krammer vor seinem Tod noch herausbekommen.

Das Bauwerk steht nahe an der Trasse der Ebersberger Südumgehung und wird dem einen oder andern Autofahrer bestimmt schon aufgefallen sein. Die Kapelle gehört zum Deutschenbaur-Gehöft und ist in der Denkmalliste aufgeführt. In den Grafinger Heimatkundlichen Schriften ist nachzulesen, dass der Gedanke, die Kapelle zu sanieren, zusammen mit dem Eigentümer entwickelt wurde. Den Kontakt dazu nahm Krammer auf, inzwischen hatten sich die Eigentumsverhältnisse geändert. Erblasser war Hartl Deutschenbaur, der viele Jahre im Nettelkofener Gemeinderat saß bis zur Eingemeindung Nettelkofens nach Grafing im Jahr 1978 im Zuge der Gebietsreform. Er war auch Jagdpächter. Erste Bemühungen, die Kapelle zu erhalten, fanden schon im Jahr 2011 statt, wo mit einer Teilsanierung begonnen wurde. Inzwischen war die Kapelle in den Besitz der Familie Obermayr übergegangen.

„Nach Klärung der Erbangelegenheit wurde die Sanierung wieder aufgegriffen“, berichtet Hupfer. Die neuen Eigentümer seien der Renovierung gegenüber aufgeschlossen gewesen und beteiligten sich auch an der Finanzierung, informiert der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde. Bei der Finanzierung kam aber auch Hilfe von unerwarteter Seite. Die Grafinger Stadtkapelle hat mit einer Spende von 700 Euro zum Gelingen des Vorhabens beigetragen, das vom Grafinger Malermeister Michael Hirschläger fachlich umgesetzt wurde. Das verrostete Dach bekam einen kupferfarbenen Anstrich. Die Kapelle wurde innen und außen frisch gestrichen. Auch die Bänke im Inneren bekamen neue Farbe. „Das war viel Arbeit“, berichtet Hupfer und dankt dabei Hirschläger, dem die Sanierung „viel Freude“ gemacht habe. „Die Kapelle soll den Engerlohern und den Gasteigern ebenfalls viel Freude bereiten“, zieht Hupfer Bilanz. Wanderer könnten hier stille Einkehr halten auch in Verbindung mit dem Bankerl, das Orgelbaumeister Anton Staller am Sträßchen nach Laufing auf der rechten Seite eingangs des Waldes gestiftet hat. „Bei schönem Wetter hat man dort eine Aussicht bis zur Zugspitze“, sagt Hupfer.

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