+
Ruhestörende Haus- und Gartenarbeiten dürfen werktags von Montag bis Freitag nur zwischen 8 und 12 Uhr und zwischen 14 und 19 Uhr und an Samstagen zwischen 8 und 12 sowie zwischen 14 und 17 Uhr durchgeführt werden.

Stadt erlässt neue Lärmschutzverordnung

In Grafing: Krach machen nach Zeitplan

  • schließen

Als Privatmann muss man sich daran halten, als Hausmeister schon weniger, als Baufirma unter Umständen noch weniger und für Laubbläser und Freischneider gibt es eine eigene EU-Bestimmung. Alles klar? Es geht um die neue Grafinger Lärmschutzverordnung.

Grafing –  Die neue Verordnung, die das Zeitfenster für lärmende Arbeiten regelt, hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Hand dagegen hob nur das CSU-Ratsmitglied Beppo Pollinger. Alle anderen waren dafür.

In der Aussprache zu diesem Thema wurde deutlich: Die Grafinger sind brav. „Es hat sich eingebürgert, Ruhe zu halten“, schilderte Markus Weißmüller von der Verwaltung die Situation. Warum also dann eine neue Verordnung beschließen? Weißmüller erklärte: „Die alte Verordnung ist nach 20 Jahren automatisch ausgelaufen.“ Die Verwaltung schlug deshalb vor, eine neue mit ähnlichem Inhalt zu erlassen, um „Störungen zu regeln“. Die Regelung beziehe sich auf den häuslichen Bereich, nicht auf Bauarbeiten. Für die gelte wiederum die bundesweit von jedermann zu beachtende Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. „Die bringt uns immer wieder ins Schleudern“, stöhnte Weißmüller. Extra Regeln gibt es für Freischneider, Grastrimmer, Graskantenschneider und Laubsammler. Die dürfen nämlich werktags von Montag bis Samstag nur zwischen 9 und 12 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr betrieben werden. Ausgenommen sind davon allerdings Geräte, die mit dem Umweltkennzeichen der Europäischen Union gekennzeichnet sind. Die gelten als lärmarm. Soweit klar?

„Eine vollumfängliche Beschränkung für den gewerblichen Bereich z.B. für Bauunternehmen oder Hausmeisterservice ist nicht vorgesehen und auch nicht möglich“, informierte die Verwaltung. „Braucht’s das?“, wollte Stadtrat Max Graf von Rechberg (CSU) sinngemäß wissen. „Ordnungswidrigkeitenverfahren sind die Ausnahme, der Trend geht ganz klar zur Beratung“, stellte Weißmüller klar. Ratsmitglied Regina Offenwanger (SPD) insistierte: „Wenn sich jemand nicht daran hält, an wen wendet man sich und was passiert dann?“ „Wir empfehlen, das persönliche Gespräch zu suchen. Bei nachbarschaftlichem Streit lassen wir uns nicht vor den Karren spannen“, stellte Weißmüller für die Verwaltung klar.

Für den Grafinger Privatmann gilt also: Ruhestörende Haus- und Gartenarbeiten dürfen werktags von Montag bis Freitag nur zwischen 8 und 12 Uhr und zwischen 14 und 19 Uhr und an Samstagen zwischen 8 und 12 sowie zwischen 14 und 17 Uhr durchgeführt werden. Davor und danach ist alles verboten, was Krach macht: Hierzu zählen insbesondere das Hämmern, das Sägen, Hacken von Holz, das Häckseln von Gartenabfällen, die Benutzung von Bohr, Fräs- schneid- oder Schleifmaschinen, von Motorpumpen und Hochdruckreinigern, motorbetriebenen Heckenscheren und Rasenmähern sowie das Ausklopfen von Teppichen, Postermöbeln, Decken und Betten (Vorsicht Feinstaub!). Angesichts der rasanten technischen Entwicklung stellte Stadtrat Christian Einhellig (FW) noch eine Zusatzfrage: „Ist die Geldungsdauer für 20 Jahre realistisch?“

Eine große Ausnahme gibt es aber auch: „Den zeitlichen Einschränkungen unterliegen nicht Arbeiten, die im Einzelfall zur Abwehr von konkreten Gefahren für Mensch, Umwelt, oder Sachgüter erforderlich sind“, heißt es in der Verordnung. Und falls jetzt jemand auf die listige Idee käme zu behaupten, dass das Hören von lauter Musik im Freien bei ihm lebensbedrohliche Stimmungen aufzulösen vermag, die sich angesichts vieler Bestimmungen einstellen, dem sei gesagt, dass das nicht gilt. „In der Zeit zwischen 22 und 7 Uhr ist die Benutzung von Musikinstrumenten sowie von Tonübertragungs- und Tonwiedergabegeräten im Freien nicht gestattet. Wer’s nicht glauben will und sich nicht daran hält, dem drohen unter Umständen 2500 Euro Geldbuße. Nach vorherigem Gespräch selbstverständlich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der „geilste Stamm der Welt“
Vor 25 Jahren, am 25. September 1993, wurde die Pfadfindergruppe „Impeesa Hohenlinden“ zum eigenständigen Stamm ernannt. Daher gibt es heuer für den „geilsten Stamm der …
Der „geilste Stamm der Welt“
Carla Lucia aus Ebersberg
Familie Kneifl hat gut lachen. Endlich ist Nummer 4 angekommen, die kleine Carla Lucia. Sie ist nach Josefine (3) das zweite Kind von Veronika und Josef Kneifl aus …
Carla Lucia aus Ebersberg
Ein-Mann-Betriebe gefährden Handwerk im Landkreis Ebersberg
Rollende Ein-Mann-Betriebe: Immer häufiger sind im Landkreis Ebersberg Solo-Selbstständige unterwegs. Doch viele von ihnen arbeiten nach Einschätzung der IG BAU unter …
Ein-Mann-Betriebe gefährden Handwerk im Landkreis Ebersberg
Duftweg, Tastweg und Klangzaun für Aßlinger Kinder
Das i-Tüpfelchen der Erweiterung der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ in Aßling kostet 91 000 Euro. Gemeint sind die Außenanlagen des AWO-Kinderhauses am Mitterweg, …
Duftweg, Tastweg und Klangzaun für Aßlinger Kinder

Kommentare