Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Im Zuge des Umbaus der Rotter Straße in Grafing  wird eine neue Hauptwasserleitung verlegt. 

Wasser und Verkehr sollen bald wieder fließen

Grafings blaue Hauptschlagader

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Blau und glänzend liegt sie da im Kies: Die neue Schlagader von Grafing. Im Zuge des Umbaus der Rotter Straße wird aber derzeit nicht nur die Hauptwasserleitung vom Hochbehälter am Hochholz erneuert, sondern auch der im Boden liegende Bachkanal in Grafing saniert.

Grafing – Ein größerer Durchlass soll verhindern, dass bei einem hundertjährigen Hochwasser sich hier die Regenmengen stauen und in der Folge der Grafinger Marktplatz absäuft. Dazu muss später einmal das Stück von der Christopherus-Brücke bis zum Café Mokka quer über den Grafinger Marktplatz saniert werden. „Das wird eine Operation am offenen Herzen“, weiß Bauamtsleiter Josef Niedermaier schon jetzt. Dass so ein Hochwasser eine realistische Vorstellung ist, davon zeugen historische Fotos. Der Bachkanal in der Rotter Straße jedenfalls war so baufällig, dass er eine Gefahr für den künftig zu erwartenden Verkehr darstellte. Am Marktplatz ist die Situation ähnlich, wenn auch nicht ganz so dramatisch, wie Niedermaier sagt.

Angesichts der derzeit laufenden Bauarbeiten ist es kaum zu glauben, dass in der Rotter Straße am 28. April bereits wieder der Verkehr fließen soll. Aber die Stadt verfolgt bisher recht erfolgreich einen ambinionierten Zeitplan. Auf eine 14-tägige Verzögerung könnten sich die aufgetauchten Probleme trotzdem aufaddieren. Die Baustelle erfordert unter anderem eine umfangreiche Wasserhaltung. Aus der Grube müssen viele Sekundenliter in zwei große Sandfänge gepumpt werden, danach fließt das Wasser in die Attel.

Aber nicht nur unterirdisch ist das Areal in der Rotter Straße ein Knotenpunkt mit zahlreichen Leitungen, Sparten und zu erneuernden Schiebern. Denn auch oberirdisch werden sich hier künftig starke Ströme kreuzen. Zum einen wird der Verkehr vom Schönblick und der Grafinger Ostumfahrung kommend noch einmal erheblich zunehmen. Gleichzeitig ist der Fußgängerübergang am Ägidiusweg mit der leistungsfähigste Schulweg von Grafing, der täglich von vielen Kindern frequentiert wird. Das daraus entstehende Konfliktpotential konnte auch dank der Mithilfe eines Grafinger Bürgers entschärft werden.

Denn bei den Straßenverkehrsverhältnissen, die künftig hier zu erwarten sind, reicht die bisherige Schulwegsicherung durch einen Zebrastreifen samt Betreuung durch ehrenamtliche Schülerlotsen nicht mehr aus. Es musste eine Fußgängerampel her, an deren Realisierung die Stadt durch ihr ausdauerndes Engagement keinen geringen Anteil hat. Am Mittwoch fand ein Notartermin statt, bei der Grundeigentümer Robert Haimerl der Stadt 75 Quadratmeter seines Eigentums überschrieben hat. Er macht damit die Verbreiterung des kritischen Straßenstücks samt Linksabbiegespur in die Tiefgarage des neuen Baugebietes an der Rotter Straße möglich. Haimerl wird seine dortige Orthopädiewerkstatt abreißen, sie zwischenzeitlich in die Ladenräume eines ehemaligen Hut-Geschäftes hinter der Grafinger Stadtbücherei verlegen und nach einem Neubau an der alten Stelle sein Unternehmen wieder in der Rotter Straße betreiben. Das kündigte er gegenüber derEbersberger Zeitung an. Am Ägidiusweg kann deshalb zusätzlich zur Fußgängerampel eine Mittelinsel eingebaut werden, auf der die Schulkinder den vorbeifahrenden Verkehr abwarten können. So ist der Plan.

Wer die Arbeiten verfolgt, und das sind nicht nur die arg in Mitleidenschaft gezogenen Anlieger, der kann sich kaum vorstellen, dass dieser Platz einmal die Visitenkarte Grafings vor dem Eintritt in den eigentlichen Marktplatz werden soll. Der Stadtrat hat sich in der Planung erkennbare Mühe gegeben, diesen Plan Realität werden zu lassen. Unter anderem wird hier ein Platz zum Verweilen einladen und daran, dass im Untergrund eigentlich ein Bach läuft, soll ein künstlicher oberirdischer Wasserlauf erinnern. Auch ein paar Bäume werden gepflanzt.

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