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Er freute sich sehr über die Ehrenschale, die ihm überreicht wurde. Josef Paul umringt vom Bürgermeistertrio Angelika Obermayr, Josef Rothmoser und Josef Wieser sen. von der Stadt Grafing. 

Auszeichnung von der Stadt Grafing

Ehre für Elkofens letzten Bürgermeister

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Josef Paul ist der letzte Bürgermeister von Elkofen gewesen. Bis zur Gebietsreform lenkte er die Geschicke seiner kleinen Kommune, ebenso wie die inzwischen verstorbenen Bürgermeister der damals noch selbständigen Gemeinden Straußdorf und Nettelkofen für ihre Kommunen sorgten. Für seine Lebensleistung wurde Paul jetzt die Ehrenschale der Stadt Grafing verliehen.

Elkofen – Die Auszeichnung überreichte Bürgermeisterin Angelika Obermayr bei Paul zuhause in seinem Heim in Oberelkofen.

Die Gemeindegebietsreform hat ihre Spuren hinterlassen, wie Obermayr „in vielen Gesprächen erfahren hat“. Der Verlust der Selbständigkeit „wirkt bis heute nach und bedeutete eine tiefe Verletzung der eigenen Identität der Dorfbewohner“, weiß die Grafinger Rathauschefin.

Die Überreichung der Ehrenschale an Josef Paul hat damit etwas wie einen Symbolcha10rakter. Zum einen werden damit die Verdienste des 92-Jährigen gewürdigt, die er sich in seiner aktiven Zeit um seine Dorfgemeinschaft erworben hat. Zum anderen kann man in der Ehrung aber durchaus auch eine versöhnliche Geste erkennen, obwohl die Stadt Grafing damals auf die Eingemeindung so viel Einfluss hatte wie heute ein Fahrgast auf die MVV-Preisgestaltung.

Die Zahl der Gemeinden in Bayern wurde auf Betreiben der Staatsregierung von über 7000 auf etwas über 2000 reduziert. Das geschah in den Jahren ab 1971 und der politische und verwaltungstechnische Vorgang war dann im Jahr 1980 abgeschlossen. Hintergrund war, dass die Staatsregierung größeren Verwaltungseinheiten ein effizienteres Arbeiten zutraute.

Es ist aber kein Geheimnis, dass auch die kleinen Verwaltungseinheiten und die dortigen Gemeinderäte haushalten konnten und oftmals sogar im Plus waren, statt Schulden aufzubauen. Und manche Investition in die Infrastruktur kleiner Kommunen aus dieser Zeit rühren daher, dass das Geld noch schnell investiert werden sollte, satt eine volle Kasse in die „Fusion“ oder „Hochzeit“ mitzubringen. Vor allem der Straßenbau spürte das.

Paul war von 1956 bis 1966 Gemeinderat in Elkofen, ab 1960 bereits in der Funktion als 2. Bürgermeister. Von 1966 bis zur Gebietsreform im Jahr 1978 war er dann Gemeindeoberhaupt. Ab 1978 bekleidete er bis zum Ruhestandsantritt im Jahr 1990 den Posten des Bauhofleiters in Grafing.

Paul engagierte sich darüber hinaus in seinem langen Leben auf vielfältige Weise – unter anderem war er 50 Jahre Vorsitzender der Elkofener Jagdgenossen.

Vier Jahrzehnte bekleidete der Geehrte die Funktion als Bauernobmann seiner Gemeinde. Und genauso lang war er als landwirtschaftlicher Schätzer ein gefragter Ratgeber.

Darüber hinaus war Paul auch Mitglied im Pfarrgemeinderat Grafing, Mitglied in der Kirchenverwaltung Elkofen und außerdem widmete er sich der Tätigkeit als Familien- und Heimatforscher.

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