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Bürgermeisterin Angelika Obermayr sticht auf dem Grafinger Volksfest das erste Fass an.

Kein Alkoholverbot für unter 18-Jährige

Grafinger Volksfest: O’zapft bleibt

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Das „Bündnis für Grafing“ wollte ein Alkoholverbot für Volksfestbesucher unter 18 Jahren. Doch im Stadtrat fiel es auf die Nase.

Grafing – „Eltern haften für ihre Kinder“: Mit dieser rekordkurzen Wortmeldung brachte es der Grafinger Stadtrat Josef Biesenberger (Grüne) in der jüngsten Sitzung auf den Punkt. Diskutiert wurde ein Antrag vom „Bündnis für Grafing“ auf Alkoholverbot für unter 18-Jährige auf dem Grafinger Volksfest. Dafür hoben in der Abstimmung nur Yukiko Nave, Marlene Ottinger und Heinz Fröhlich die Hand, alle anderen Gremiumsmitglieder waren dagegen.

Das Bündnis stellte in der Begründung seines Antrags unter anderem ab auf eine frühere Stellungnahme der Ebersberger Polizei. Die hat diese allerdings bereits wieder revidiert, weil sie ein generelles Verbot nicht für zielführend hält. Im Hintergrund steht dabei auch der Gedanke, dass sich das Geschehen dann ins Umfeld des Festplatzes verlagern könnte. Diese Ansicht äußerten einige Ratsmitglieder sinngemäß.

Obwohl schon ein betrunkener Jugendlicher einer zuviel ist, sprachen die Zahlen für sich, die Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) dem Gremium unterbreitete. Demnach seien bei dem jüngsten Volksfest im Zelt selbst nur ein alkoholisierter Besucher unter 18 Jahren und vor dem Zelt vier Personen dieses Alterskreises festgestellt worden, die zuviel erwischt hatten. Vermutlich sind es auf jeder der Massenpartys mehr, die im Landkreis Ebersberg regelmäßig stattfinden. Deshalb hatte sogar das Jugendamt festgestellt, dass alkoholbedingte Ausfälle bei Jugendlichen auf dem Grafinger Volksfest die Ausnahme bilden würden. Ottinger erkannte trotzdem einen „gesellschaftlichen Auftrag“, dem Alkoholkonsum der unter 18-Jährigen endlich Einhalt zu gebieten und konnte dabei auch dem Einwand von Obermayr nichts abgewinnen, dass diese Altersgruppe „gar nicht das Problem“ sei.

Fröhlich hingegen erkannte eine Entwicklung „zum Negativen“. „Es ist unglaublich“, meinte er und ließ dabei etwas außer Acht, dass die Stadt seit zehn Jahren umfangreiche Präventivmaßnahmen ergriffen hat, die in den Augen der anderen Stadträte Wirkung zeigten. In der Sitzung wurde dabei besonders das Engagement des Stadtjugendpflegers Himo Al-Kass hervorgehoben, die Bemühungen der Festwirte um eine neue Security und die verstärkte Präsenz der Ebersberger Polizei an den Festtagen.

„Das Fest soll so bleiben, wie es ist“, meinte Stadträtin Veronika Oswald (Freie Wähler) und ihr Fraktionskollege Josef Klinger bescheinigte der Veranstaltung, sie habe eine „sehr gute Entwicklung gemacht“. Nachdem auch die Fachstellen warnten, ein generelles Alkoholverbot für unter 18-Jährige könnte den Schnapskonsum vor dem Festgelände fördern, war der Antrag vom Tisch.

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