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Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Kommentar zum Rücktritt der Grafinger Grünen-Fraktionschefin Christiane Goldschmitt-Behmer

Grüne nur noch graue Mäuse

Christiane Goldschmitt-Behmer ist überraschend vom Amt der Fraktionschefin der Grünen im Grafinger Stadtrat zurückgetreten. Ein Schritt, der viel aussagt über den Zustand der Partei seit der vergangenen Kommunalwahl, findet Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Da hat Christiane Goldschmitt-Behmer ihren vier Stadtratskollegen ein schönes Ei gelegt. Mir nichts dir nichts hat die Chefin der Grünen-Fraktion im Grafinger Stadtrat ihren Posten hingeschmissen – ohne Ankündigung, ohne persönliches Gespräch. Einfach so, per E-Mail.

Der Schritt Goldschmitt-Behmers, den sie mit „persönlichen Gründen“ unterfüttert, offenbart den Zustand der Partei, die seit der Wahl 2014 in eine Art Tiefschlaf gefallen ist. Immer noch berauscht vom Glück, die Bürgermeisterin stellen zu können, ist die einstige Ideenschmiede der Grafinger Politik zur grauen Maus mutiert, die nach außen hin, wenn überhaupt, nur noch als solche wahrgenommen wird – ohne Visionen, ohne Mut, aber mit viel Lethargie.

Der Schritt dokumentiert zudem ein Zerwürfnis innerhalb der Fraktion. Wer wie Goldschmitt-Behmer das Gespräch mit den engsten politischen Gefährten meidet, der zeigt überdeutlich, dass er mit diesen eigentlich nichts mehr zu tun haben will.

Wenn sie klug sind, verstehen die Grünen Goldschmitt-Behmers Entscheidung als Alarmsignal und als Weckruf zugleich.

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