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Volles Haus im Grafinger Jugendzentrum bei der ersten Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl.

Fünf Kandidaten stellen sich den Bürgern

So lief die erste Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl in Grafing

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Kommunalwahl 2020 in Grafing: Die fünf Bewerber um das Bürgermeisteramt sind im Jugendzentrum bei der ersten Podiumsdiskussion aufeinander getroffen. 

Grafing – „Mir geht es darum, wie ich mir die Mieten noch leisten kann und ich nicht wegziehen muss!“ „Wo gehe ich arbeiten? Gibt es Pläne, welche Unternehmen in Grafing angesiedelt werden?“ „Was macht die Stadt konkret in den nächsten zwei Jahren für den Klimaschutz?“ Die jungen Besucher der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten im Grafinger Jugendzentrum gaben mit ihren Fragen einen ziemlich genauen Überblick darüber, was sie am meisten bewegt. Sie erwarteten klare Antworten, die sie nur zum Teil auch bekamen.

Fünf Kandidaten auf dem Podium

Auf dem Podium saßen Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne, 60), Christian Bauer (50, CSU), Christian Kerschner-Gehrling (48, SPD), Klaus Eimer (51, FDP) und Walter Schmidtke (57, Bayernpartei). Die Diskussionsleitung übernahm der Journalist Thorsten Rienth, der souverän durch die Veranstaltung führte und im Laufe des Abends eine kleine Gemeinheit für die Bewerber um den Bürgermeisterposten parat hatte. 

„Was würden Sie als erstes streichen?“

Allen Kandidaten gemein war nämlich, dass sie „Grafing voranbringen wollen“. Ihr Weg dahin ist in vielerlei Hinsicht deckungsgleich, sieht man einmal davon ab, was das künftige Schicksal der Stadthalle betrifft. Und so wollte Rienth von den Kandidaten wissen, was sie denn als erstes im Amt des Bürgermeisters streichen würden. 

Bei Walter Schmidtke war das die sparsame Politik der Stadt. „Warum sollen wir nicht mal Geld ausgeben, das wir nicht haben?“, sagte er angesichts der historisch niedrigen Zinslandschaft. Claus Eimer gab ihm halb Recht: „Investieren muss man in schlechten Zeiten und sparen in guten Zeiten.“

Unterschiede in der Haushaltspolitik

Eimer würde im Amt des Bürgermeisters und im Zusammenhang mit dem künftigen Schicksal der schwer sanierungsbedürftigen Stadthalle in Kauf nehmen, „dass wir mal ein Jahr lang keinen Saal haben.“ Christian Kerschner-Gehrling hingegen wich der Frage aus: „Wir könnten in Grafing-Bahnhof zusätzliches Gewerbe ansiedeln, dann haben wir das Problem gar nicht.“ In Grafing werde vieles „schnell, schnell“ gemacht. „Dafür geben wir soviel Geld aus, das könnten wir uns sparen“, meinte Kerschner-Gehrling. „Wir müssen die Einnahmen erhöhen“, sagte auch Christian Bauer. „Ich würde den Straßenunterhalt in Grafing runterfahren.“ Bürgermeisterin Angelika Obermayr hingegen „würde den Haushalt durchforsten und querbeet mit dem Rasenmäher alle Ansätze etwas kürzen“, war ihr Vorschlag, nicht ein einziges Projekt allein dem Spardiktat zu opfern.

„Wir sitzen in einem Gebäude, das seit zehn Jahren keinen Brandschutz hat“, lenkte Rienth den Blick auf ein Thema, das untrennbar mit dem Jugendzentrum, einem wie auch immer gearteten Bürgerhaus und dem künftigen Schicksal der Stadthalle verbunden ist. „Wir brauchen Räume, in denen wir Konzerte veranstalten können, und die nicht entscheidend schlechter sind, als die, die wir jetzt haben. Sonst sind wir offen“, sprach Keno Maierhofer als Vorstand für das Grafinger JiG.

CSU will „großes Kulturzentrum“

Christian Bauer plädierte für „ein großes Kulturzentrum“. Die Sanierung der Stadthalle ist für Kerschner-Gehrling „zum jetzigen Zeitpunkt ein Fass ohne Boden“. „Kultur kostet immer Geld“, meinte Obermayr, während Eimer feststellte: „Ein Bürgerhaus ist mehr als nur ein dritter Raum in der Stadthalle.“ Die Finanzen waren nur für Einen in dieser Runde ein zu vernachlässigendes Problem: „Wir müssen uns von der Austeritätspolitik in der Kommunalpolitik verabschieden“, sagte Schmidtke.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

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