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Für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen mit Rollatoren ist Kopfsteinpflaster oft ein großes Hindernis.

Kopfsteinpflaster in Grafing liegt der Barrierefreiheit im Weg

Schlecht für Rolli und Rollator

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Es ist laut, ältere Menschen können nur unsicher darauf gehen, es ist schlecht für Rollator, Kinderwagen und Stöckelschuhe. Und trotzdem ist es weit verbreitet: das Kopfsteinpflaster. Im Grafinger Sozialausschuss tauchten viele Bilder davon auf.

Grafing – Die Fotos waren bei einem Rundgang zusammen mit einem Fachmann der Architektenkammer entstanden. Stichwort Barrierefreiheit in der Stadt.

Trotz der vielen Nachteile, die mit einem Kopfsteinpflaster einhergehen, wurde sein Einbau sogar staatlich gefördert. Das war zum Beispiel bei der Verkehrsfläche an der Grafinger Bücherei der Fall. Dort geht regelmäßig der Belag kaputt, bei einem Rückbau, so wie ihn schon lärmgeplagte Anlieger forderten, läuft die Stadt, dass die dafür geflossenen Städtebaufördermittel wieder zurückgezahlt werden müssen. Der schlechte Zustand bleibt damit sozusagen zementiert. Ältere Menschen, die mit dem Rollator unterwegs sind, meiden solche Holperpisten. Das wiederum ist schlecht für den Standort der Bücherei.

Solche und ähnliche Details wurden bei dem Rundgang besprochen, den Uwe Gutjahr von der Bayerischen Architektenkammer anführte. Untersucht wurde der Weg vom Bahnhof über die Lagerhausstraße zum Marktplatz, der Bereich rund um Seniorenhaus und Rathaus sowie das Umfeld der Bücherei.

Viele Dinge würden sich ohne großen Aufwand verbessern lassen, sagte der Referent und lenkte dabei den Blick der Rundgangteilnehmer zum Beispiel auf die Bänke am Stadtbahnhof. Die haben keine Lehnen. Ältere Menschen aber würden sich gerne daran festhalten. Das erfordert eine Absprache mit der Bahn.

Genauso ist es mit den Infokästen am Bahnhof. Die hängen für Rollstuhlfahrer zu hoch und sind für diesen Personenkreis damit schlecht einsehbar. Die Pflasterabschnitte in der Lagerausstraße sind ebenfalls schlecht für Rollifahrer und Rollator. Beseitigt werden können sie nicht so ohne Weiteres. „Dafür müssen erst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden“, erläuterte die Verwaltung in der Aussprache.

Eine ähnliche Situation trafen die Rundgangsteilnehmer im Durchgang vom Marktplatz zum Grandauer Hof sowie am Marktplatz selbst an. Ein weiterer Vorschlag: Die Bushaltestelle in der Bahnhofstraße sollte eine digitale Zeitenanzeige erhalten, der zu entnehmen wäre, wie viele Minuten man noch auf den Bus warten müsse. Auch um das Rathaus selbst ist Kopfsteinpflaster verlegt, das die Fortbewegung mit Rollatoren bei anstehenden Pflichtbesuchen in der Verwaltung im Weg ist. Hier wurde die Möglichkeit in den Raum gestellt, schmale Streifen mit glatten Plattensteinen zu verlegen.

Die Gehsteige in der Griesstraße sind teilweise zu schmal und am Marktplatz selbst sind gefährliche Engstellen für Fußgänger, die bei „Gegenverkehr“ ungewollt auf die Straße ausweichen müssen. „Hier gibt es einen sehr großen Handlungsbedarf“, räumte Bürgermeister in Angelika Obermayr (Grüne) ein.

Georg Schlechte (CSU) berichtete von Bürgerbeschwerden, die den Zugang zur Kämmerei betrafen. Dort gehe die Türe nach außen auf, was ältere Menschen, die auf dem Kopfsteinpflaster unterwegs seien, vor Probleme stelle. „Die kommen nicht rein.“ „Wir sollten eine Prioritätenliste anfertigen, mit Kosten hinterlegt“, schlug Regina Offenwanger (SPD) vor. „Was schnell gemacht werden kann, wird gemacht“, versprach Obermayr. Der Rest werde in eine Prioritätenliste gegossen, deren Erstellung extern vergeben werden soll. Die Ausschussmitglieder folgten damit einem Vorschlag von Josef Rothmoser (CSU). „Wir sollten die Verwaltung entlasten und das vergeben“, meinte er.

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