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Eine Schlägerei im Fasching in Grafing hatte nach einem Jahr ein Nachspiel vor Gericht.

Landgericht

Nach Fasching gibt’s Faustschläge

Im Fasching vorigen Jahres ließ man es in der „Bärenhöhle“ in Grafing krachen. Leider nicht nur im positiven Sinne. Ein Lehrer (27), der nach einem feuchtfröhlichen Abend das Lokal verließ, bekam vor der Tür auf die Nase.

Grafing – Schläger soll ein Spengler (27) aus Grafing gewesen sein, den das Amtsgericht Ebersberg wegen Körperverletzung zu 2000 Euro (50 Tagessätze à 40 Euro) Geldstrafe verurteilte. Doch der schwor Stein und Bein, dass er es nicht war, und legte Berufung ein. Nun wurde der Fall vor dem Landgericht München II verhandelt.

Der Grafinger schilderte den Abend so: Im 80er-Jahre-Outfit, mit Trainingsanzug und Vokuhila-Perücke, habe er in der Bärenhöhle Fasching gefeiert. Er sei gerade an der Theke gestanden, als er einen Rempler von dem Lehrer bekommen habe. Er habe ihn gefragt: „Passt alles?“ Der Lehrer habe gesagt, dass es keine Absicht gewesen sei, es habe „ein kurzes Hin und Her“ gegeben. Dann sei eine Frau dazwischen gegangen. Später auf dem Heimweg habe ihn der Lehrer dann verfolgt und dabei die Polizei gerufen. „Ich hab’s irgendwann mit der Angst zu tun gekriegt und bin weggelaufen.“ Laut Alkoholtest hatte der Grafinger satte zwei Promille im Blut. „Mei, es war Fasching“, sagte er. Nach eigenen Angaben sei er noch klar orientiert gewesen. Der andere sei dagegen „total komisch drauf“ gewesen, habe gesagt: „Geh weg, ich red’ nicht mit dir.“

Der Lehrer erzählte die Geschichte komplett anders. Von einer Rempelei in der Bar wisse er nichts. Als er raus sei, sei er an einer Gruppe vorbei gekommen: „Da gab’s schon den ersten Stress.“ Zwei seien auf ihn zu und hätten blöd daher geredet. „Dann habe ich eine auf die Nase kassiert.“ Zweimal sei er mit der Faust geschlagen worden, er wisse aber nicht, von wem. Anschließend habe er noch einen Schlag mit dem Kopf auf die Nase bekommen. Er könne nicht 100-prozentig sagen, ob’s der Angeklagte war, sagte er vor Gericht. Der Schläger sei als Frau verkleidet gewesen, glaubt er. Damals sei er sich aber sicher gewesen, dass er dem Richtigen gefolgt war. „Ich will nicht, dass der Angeklagte bestraft wird. Das kann ja mal passieren im Fasching.“

Die Richterin erklärte dem Angeklagten, dass es nicht so gut für ihn aussehe. Daraufhin beschränkte er die Berufung auf das Strafmaß. Wegen seiner schlechten finanziellen Verhältnisse drückte die Richterin schließlich ein Auge zu und senkte die Höhe des Tagessatzes auf 25 Euro. Nun muss er 1250 Euro zahlen.

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