Zugeparkt: Der Hans-Eham-Platz am bestehenden Seniorenzentrum im Herzen der Stadt Grafing.
+
Zugeparkt: Der Hans-Eham-Platz am bestehenden Seniorenzentrum im Herzen der Stadt Grafing.

Stadt will an der Glonner Straße den Verkehr „abfangen“

Letzte Chance für Tiefgarage im Zentrum Grafings

  • Michael Seeholzer
    VonMichael Seeholzer
    schließen

Im Zuge der Erweiterung des Grafinger Seniorenzentrums wird eine große Tiefgarage am Hans-Eham-Platz gebaut. Die Stadt Grafing will dort auch öffentliche Parkplätze, um den Verkehr vor dem Zentrum abzufangen.

Grafing – Was die Stadt Grafing an welchen Mitteln aus der Städtebauförderung zurückzahlen muss oder behalten darf, mag dem einzelnen Bürger egal sein. Vielleicht ist es ihm selbst dann egal, wenn er sogar persönlich in die Stellplatzabgabe eingezahlt hat. In dieser Stellplatzabgabe liegen nach Auskunft von Bürgermeister Christian Bauer (CSU) derzeit aber etwa 500 000 Euro, und es ist nicht egal, was damit passiert.

Diskutiert wurde dieses Thema in der jüngsten Bauausschusssitzung, als es um die Erweiterung des Seniorenheims Grafing ging. „Das wird für die Stadtentwicklung ein ganz herausragendes Gebäude“, meinte Bauamtsleiter Josef Niedermaier in der Aussprache zur Erweiterung des Seniorenheimes. Geplant ist ein mehrgeschossiger fünfeckiger Gebäudekörper an der Glonner Straße, in den das bereits bestehende Seniorenheim integriert wird, und das ähnlich eines Atriums einen großen Innenhof aufweisen wird. Solche Dimensionen verlangen nach ausreichenden Parkplätzen und die sollen in einer großzügigen Tiefgarage untergebracht werden. Zusätzlich zu den für das Vorhaben notwendigen Stellflächen soll die Errichtung von 33 öffentlichen Parkplätzen Auftragsbestandteil sein.

Stadt wendet Kniff an, um Fördergeld zu bekommen

Aber da beginnt es schwierig zu werden. Um für den Bau von Tiefgaragenplätzen in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, hat die Stadt einen Kniff angewandt. Sie hat das Vorhaben zum „städtebaulichen Sanierungsverfahren“ erklärt und den Umgriff dafür um das Seniorenheim erweitert. Das soll Zuschüsse sichern. Weil aber in der Regierung von Oberbayern auch gescheite Leute sitzen, muss die Stadt nachweisen, dass die Stellplätze im Untergrund nicht doppelt belegt werden, sondern ausschließlich dem öffentlichen Verkehr gewidmet sind. Sonst gibt es kein Geld. Die Stadt braucht diese Fördermittel aber.

Und damit kein Zweifel aufkommt, wurde zugleich signalisiert, dass diese Parkplätze im Untergrund kein Ersatz sein dürfen für diejenigen am Hans-Eham-Platz, was nicht nur bei Stadtrat Christian Einhellig (FW) für Enttäuschung sorgte. Ob denn da gar nichts ginge, meinte er sinngemäß. „Wir dürfen keine Parkplätze rückbauen“, bestätigte Bauer. Niedermaier meinte aber, dass langfristig dafür der eine oder andere Parkplatz „am Marktplatz wegfallen“ könnte.

Verwaltung sagt: „Tiefgarage ist letzte Chance“

Zur Erinnerung: Die Stadt hat schon vor langer Zeit einmal beschlossen, das Grafinger Zentrum umzubauen und freundlicher zu gestalten. Mit den Tiefgaragenplätzen an der Rotter Straße und dann an der Glonner Straße hoffen die Stadträte, den Verkehr „schon vor dem Marktplatz abzufangen“, so der Bürgermeister. Niedermaier bezeichnete den Bau an dieser Stelle „als letzte Chance“ im Zentrum noch unterirdische öffentliche Stellplätze zu schaffen. „Dass wir die bauen, da gibt es gar keine Frage“, meinte Josef Pollinger (CSU). Hermann Maier (Grüne) gab ihm Recht: „Mach mas gescheit“, meinte er. Die Stellplatzabgabe müsse sowieso verbaut werden. Unter diesen Maßgaben wird die Stadt jetzt ins Verfahren gehen.

Eine zeitweilige Verwendung der Stellplätze am Hans-Eham-Platz etwa für einen Wochenmarkt, oder wie Stadträtin Elfriede Huber (CSU) nachfragte, für einen Weihnachtsmarkt, ist der Förderung nicht abträglich.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Ebersberg lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare