So sieht EZ-Karikaturist Alfred Scheffelmann die Zukunft für das Einheitsdenkmal im Grafinger Stadtpark voraus – mit Blick auf den Vorschlag des CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, dort eine „Nachdenk-Bank“ aufzustellen.
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So sieht EZ-Karikaturist Alfred Scheffelmann die Zukunft für das Einheitsdenkmal im Grafinger Stadtpark voraus – mit Blick auf den Vorschlag des CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, dort eine „Nachdenk-Bank“ aufzustellen.

Arbeitskreis empfiehlt Abriss von umstrittenem Grafinger CSU-Denkmal

Arbeitskreis empfiehlt Abriss von umstrittenem Grafinger CSU-Denkmal

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Abreißen ist die Lösung für den Grafinger Mauerstreit - das empfiehlt die Mehrheit in dem eigens gegründeten Arbeitskreis. Entscheiden müssen aber andere.

Grafing – Die richtige Berliner Mauer ist längst verschwunden, dafür ist eine neue Mauer aufgetaucht in Grafing. Und die hat es dank einer konzertierten CSU-Aktion im Stadtpark tatsächlich zur Mauer in vielen Köpfen gebracht, weswegen sie zuerst in der Ebersberger Zeitung und dann auch im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks entsprechend gewürdigt wurde.

Viel Lob gab’s dafür nicht, aber im Gefolge davon einen Arbeitskreis, der jetzt die Auseinandersetzung um das umstrittene Wiedervereinigungsdenkmal befrieden sollte. Der Personenkreis traf sich am Montagabend in der Stadthalle. Es war eine kurze Zusammenkunft.

Zur Erinnerung: Die CSU-Granden Andreas Lenz (Bundestagsabgeordneter), Angelika Niebler (Europaabgeordnete), Thomas Huber (Landtagsabgeordneter) und der neu gewählte Grafinger CSU-Bürgermeister Christian Bauer fanden, es sei eine gute Idee, der Wiedervereinigung im Stadtpark mit einem Stück Mauer ein Denkmal zu setzen. Weniger gut kam dabei in der Öffentlichkeit an, dass sich die Spender damit gleich selbst ein Denkmal setzten, weil ihre Namen prominent auf einer Metallplakette auf dem Mauerstück erschienen Bürgermeister Bauer räumte bald ein, es sei „ein Fehler“ gewesen, vorher den Stadtrat nicht zu beteiligen. nun ist auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz öffentlich dafür eingetreten, die Mauer zu schleifen.

Denkmal-Streit wird „Provinzposse“

In dieser Situation traf sich jetzt der Arbeitskreis. Das Ziel der zahlreichen Wortmeldungen war schnell ausgemacht: „Die Mauer gehört weg, ganz einfach“, formulierte Stadtrat Walter Schmidtke (Bayernpartei) das, was auch viele anderen denken. „Das war eine Hauruck- und Nacht und Nebel-Aktion“ kritisierte Herbert Hof. Mit der Mauer assoziiere die Öffentlichkeit inzwischen „eine Provinzposse“, so Schmidtke. „Es ist ganz wichtig, dass man es abträgt, es geht auch Spielplatz verloren“, brachte Stadträtin Veronika Oswald (FW) einen praktischen Aspekt ein.

Freilich fanden sich gerade unter den CSU-Mitgliedern welche, die das Denkmal irgendwie retten wollten. Man könne „vorne und hinten eine Bank hinstellen und die Mauer mit Efeu bepflanzen“, meinte CSU-Stadträtin Susanne Linhart zur Güte. Oder man könnte die Mauer halbieren, schlug Josef Carpus vor. Es gab auch kuriose Vorschläge etwa wie den, einfach die Ecken der Mauer abzuschlagen. Mit solchen Eselsohren konnten sich beileibe nicht alle anfreunden. CSU-Stadtrat Josef Pollinger regte zudem an, auf dem Denkmal eine Erinnerung an den deutschen Botschafter Hermann Huber aus Grafing anzubringen, um damit an dessen unbezweifelte Verdienste um die Wiedervereinigung zu erinnern. Ihm gebühre der Platz auf dem Denkmal, meinte Pollinger sinngemäß.

Entscheiden muss der Stadtrat

Es könne ein Loch in die Mauer gebohrt werden (Martin Gruber) oder der Platz könnte zur Grillstelle umfunktioniert werden (Lena Huppertz, die Linke), waren weitere Vorschläge.

Stefan Kisters schließlich meinte: „Wir sollten nicht nachtarocken und nach hinten schauen.“ Mit dem Vorgang um das Denkmal sei „ein ungutes Bild auf Grafing gefallen“, weshalb jetzt der „Stein des Anstoßes vom Tisch“ müsse.

Mit einer bloßen Diskussion und vagen Vorschlägen an den Stadtrat, bei dem die Entscheidungshoheit liege, wie Bauer zum Schluss emotional betonte, wollten sich die Mitglieder des Arbeitskreises jedoch nicht zufrieden geben. Kisters, Uwe Peters, Keno Maierhofer und Bernhard Gar drängten darauf, dem Stadtrat ein offizielles Votum mitzuteilen, dem Bauer schließlich zögernd nachgab. Und dabei entfielen auf den Vorschlag, die Mauer zu entfernen, weitaus die meisten Stimmen. Jetzt liegt es am Grafinger Ratsgremium, was es daraus macht.

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