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Ein Elektro-Auto hängt am Parkplatz in Grafing-Bahnhof an der Zapfsäule. Noch gibt es wenige Stromtankstellen in der Stadt, doch das soll sich schon bald ändern.

Mehr Stromtankstellen für Grafing geplant

Energie-Roaming fürs Elektro-Auto

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Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto zuzulegen, den dürfte diese Nachricht interessieren. In Grafing soll die Lade-Infrastruktur verdichtet werden.

Grafing–  „Wir sind dabei, estattungsverträge zu machen“, bestätigt Kämmerer Christian Bauer von der Stadtverwaltung auf Anfrage der Ebersberger Zeitungdie aktuellen Bemühungen, das Ladenetz endlich enger zu stricken.

„Spätestens im Frühjahr“ so schätzt Bauer, soll es zusätzliche „Tankstellen“ in Grafing geben. Und zum Teil ist der Strom dort dann sogar kostenlos erhältlich – zumindest für ein Jahr lang.

„Tiefgarage Rotter Straße, oberirdischer Parkplatz in der Rotter Straße, Hans Eham-Platz und Grafing-Bahnhof“, nennt Bauer die zusätzlichen Standorte, die derzeit in der Planung seien. In Grafing-Bahnhof gibt es bereits Ladestationen von E.ON, auch auf dem Parkplatz des REWE-Einkaufsmarktes zum Beispiel können die Besitzer von E-Fahrzeugen Energie fassen. Die neuen „Zapfsäulen“ sollen aber mit einer intelligenteren Software als bisher arbeiten, die sogar ein „Energie-Roaming“ ermöglicht, berichtet Simon Rothmoser, vom örtlichen Grafinger Versorger, mit dem die Stadt derzeit verhandelt. Was bedeutet das?

Der 28-Jährige ist bei der Firma Rothmoser für den Netzbetrieb, die Netzplanung und die Projektierung zuständig. „Ich fahre selbst ein Elektrofahrzeug“ berichtet er. Die Ladestellen, die Rothmoser installieren will, gehören zu einer neuen Generation, die untereinander vernetzbar sind. Das heißt: mit einer einzigen Kundenkarte kann an „Zapfsäulen“ in ganz Europa Ladestrom entnommen werden. Die Abbuchung erfolgt dann automatisch. Dafür müssen freilich technische Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Investitionskosten für eine Ladesäule beziffert Rothmoser auf 6000 Euro. „Jeder Ladepunkt hat eine Leistung von maximal 22 Kilowatt“, informiert er. Viel verdient sei mit den Ladestellen nicht, denn nach einer groben Schätzung werden derzeit an einem Ladepunkt im Jahr gerade einmal 1500 Kilowattstunden abgenommen. Der 28-Jährige würde sich für seine Heimatstadt trotzdem eine „Vorreiterrolle“ in Sachen E-Mobilität wünschen, obwohl er sagt: „Das ist ein reines Minusgeschäft. Ich weiß nicht, ob sich die Stadtverwaltung dessen bewusst ist.“ Die Verhandlungen über die Ladestationen auf dem oberirdischen Parkplatz in der Rotter Straße laufen deshalb noch, für alle anderen Standorte gibt es aber bereits konkrete Zahlen.

Nach aktuellen Plänen werden diese Ladestationen mit der neuen Software zur Verfügung stehen: In der Rotter Straße, am Hans-Eham-Platz und am Bahnhof in Grafing je eine Säule mit zwei Ladepunkten und in Grafing-Bahnhof zwei Säulen mit vier Ladepunkten. Außerdem entstehen noch zwei Ladeboxen in der neuen Tiefgarage an der Rotter Straße, für die ein Jahr lang die Stadt Grafing aufkommen will. „Das ist eine Art Wirtschaftsförderung“, bestätigt Kämmerer Bauer die geplante Übernahme der Stromkosten.

Für den Grafinger Energieversorger hat das Projekt Pilotcharakter – Ausgang unbestimmt. Rothmoser weiß von Beispielen, bei denen Elektrozapfstellen wegen Unwirtschaftlichkeit wieder abgebaut wurden – zum Beispiel in Rosenheim. „Wir sammeln damit Erfahrung“, sagt der 28-Jährige. Und wer weiß, vielleicht könne man demnächst auch in Ebersberg intelligente Ladesäulen anbieten.

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