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Rund ums Bier dreht sich ab Sonntag, 22. Mai, die neue Ausstellung im Grafinger Stadtmuseum.

Museum der Stadt Grafing

Von Hopfen und Malz

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Grafing - Es geht ums Bier: Die neue Sonderausstellung im Grafinger Stadtmuseum beschäftigt sich mit den vier örtlichen Brauereien, von denen heute nur noch eine existiert. 

 „Halt uns die Treu, trink Grandauer Bräu“ lockt der Text auf einem bunten Email-Werbeschild. Hat nicht viel geholfen. Der Grandauer Bräu ist ebenso wie der Hecker- und der Reiterbräu mehr oder weniger von den Bildfläche verschwunden. Übrig blieb nur der Wildbräu. Dabei haben die vier Grafinger Brauereien jede für sich eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Eine neue Ausstellung im Museum der Stadt Grafing erzählt davon.

Ums Bier ranken sich Geschichten und Geschichte ohne Ende. Und viele Anekdoten. Zum Beispiel die vom verlorenen Adelstitel. Oder von nicht so geschäftstüchtigen Töchtern und gewinnbringenden Hochzeiten. Oder die vom Fleisch mit Kraut. Letztere begrüßt die Besucher in Textform auf einer Postkarte, die das zentrale Motiv auf der Einladungskarte zur Eröffnung am Sonntag, 22. Mai, ist.

„Wir sitzen in der Wildschen Brauerei und genießen ein Glas frisches Bier und essen Fleisch mit Kraut.“ So einfach und dabei so schön umschreibt der unbekannte Autor der Postkarte aus dem Jahr 1900 das, was wir heute noch so lieben am bayerischen Lebensstil: Gutes Essen und gutes Bier. Seit dem Mittelalter wird diese Tradition gepflegt, und auch in Grafing dauerte es nicht lange, bis an den herrschaftlichen Adelshof die erste Grafinger Brauerei angeschlossen wurde. Nicht lange, und es siedelten sich weitere drei Brauereien rund um den Grafinger Markt an. Klar, dass es zu Reibereien und entsprechenden Rechtsstreitigkeiten kam. Ein Glücksfall aus heutiger Sicht, denn so wurde schriftlich festgehalten, was sonst verloren gegangen wäre.

Museumleiter Bernhard Schäfer hat sich durch die verzwickte und eng verwobene Geschichte der Grafinger Brauereien gearbeitet und seine Gedanken über die fast 500 Jahre alten Brauereigeschichte für die Ausstellung zusammengefasst. Auf diese lange Zeit gesehen ist eins schon mal klar: „Das Brauwesen war ein gutes Geschäft in Grafing“, sagt Bernhard Schäfer. „Da wurde richtig viel Geld verdient.“

Entsprechend verhielten sich die Familien. Im Laufe der Jahrhunderte traten sie immer wieder als Gönner, Stifter und Wohltäter auf – das gilt ja bis heute, nur nennt man das jetzt Sponsoring.

Erst durch den deutschlandweiten Konzentrationsprozess setzte auch in Grafing das Brauereisterben ein. 1993 wurde der Grandauer vom Wildbräu übernommen, und seitdem gibt es nur noch eine Brauerei in Grafing.

Bernhard Schäfer dokumentiert die Geschichte mit vielen Exponaten aus dem Museumsbestand und Leihgaben: Schriftstücke, Werbeartikel und nicht zuletzt Biergläser und -flaschen erzählen von der bewegten Grafinger Brauereigeschichte und vom Geschmack. Ein Stück Zeitgeschichte.

Eröffnet wird die Sonderausstellung „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“ am Sonntag, 22. Mai, um 11 Uhr mit einer ausführlichen Einleitung in die Thematik durch Museumsleiter Bernhard Schäfer. Von 12 bis 16 Uhr servieren Förderverein und Wildbräu Brotzeiten, Grillschmankerl und Bier, von 14 bis 15 Uhr heißt es „Wir basteln den Wildbräu“, und von 15 bis 16 Uhr gibt es eine Führung durch die Sonderausstellung. Die Ausstellung läuft bis zum 11. September. Geöffnet ist das Museum sonntags, 14 bis 16 Uhr, sowie donnerstags von 18 bis 20 Uhr.

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