Grafinger Grund- und Mittelschule braucht mehr Platz

"Nachsitzen" für mehr Räume

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Grafing - Der Grafinger Sozialausschuss stochert beim künftigen Raumbedarf für Grund- und Mittelschule noch im Nebel.

Reicht der Platz noch? Oder werden die Kinder bald mehr Schulräume brauchen? Bei Fragen wie diesen stocherte der Grafinger Schul- und Sozialausschuss mit der Stange weitgehend im Nebel. Deutlich wurde aber: Grund- und Mittelschule sind vom Raumangebot her bereits „auf Kante genäht“. Und es ist derzeit nicht ausreichend mit berücksichtigt, dass künftig wohl Schüler und Schülerinnen aus Flüchtlingsfamilien in erheblichem Ausmaß einen höheren Betreuungsaufwand in den Grafinger Schulen erforderlich machen werden.

Zur fälligen Bestandsaufnahme bekamen die beiden Schulleiterinnen Renate Schwarz-Reis (Grundschule) und Susanne Böhm (Mittelschule) Gelegenheit, ihre tägliche Arbeitssituation und ihre Raumprobleme dabei zu schildern. Die Frauen traten nicht mit Maximalforderungen an das Ratsgremium heran, hatten gleichzeitig aber auch keine Hemmungen, auf drohende Engpässe hinzuweisen: „Unsere Schule ist eigentlich zu klein“, sagte Schwarz-Reis in ihrer Stellungnahme. Es stünden keine Räume mehr für zusätzliche Ganztagsklassen zur Verfügung, weil alles mit Regelklassen belegt sei. In vielen Fällen werde Improvisationstalent gefordert, schilderten Schwarz-Reis und Böhm übereinstimmend.

Keine Reserven mehr

Die Frage nach der Raumreserve hatte Marlene Ottinger („Bündnis für Grafing“) in den Raum gestellt und von Schwarz-Reis dafür ein klares „Nein“ als Antwort bekommen. Es gebe schlicht keine Reserven. Und auch die Mittelschule könne nicht unterstützend eingreifen. Ihr Haus, so bestätigte Böhm, könne keine Räume an die Grundschule abtreten: „Das ist unmöglich“, sagte sie klar mit Hinweis auf die integrativen Aufgaben, die die Georg-Huber-Schule in Grafing zu leisten habe. In allen Jahrgangsstufen werden dort sogenannte Kooperationsschüler unterrichtet, für die das Lernpensum individualisiert und differenziert werden muss. „Ziel ist es, Schüler mit erhöhtem Förderbedarf, die willens und fähig sind, am Unterricht der Hauptschule aktiv teilzunehmen, frühzeitig - in der Regel ab der 5. Klasse - durch Kooperationsmaßnahmen in die Hauptschule zu integrieren“, informiert die Einrichtung über ihr pädagogisches Konzept. Dass das funktioniert, wird immer wieder mit beeindruckenden Veranstaltungen der Schüler belegt.

Die Grundschule muss für ein weiteres Ganztagsangebot räumlich ertüchtigt werden. Das ist dem Grafinger Stadtrat längst klar. Derzeit wird der Raumbedarf ermittelt, wie von der Verwaltung wortreich dargestellt wurde. Der Trend geht zum Unterricht in kleineren Gruppen, was auch im Raumangebot seinen Niederschlag finden wird. Dazu wird südlich des bestehenden Gebäudes angebaut - auf Kosten des Pausenhofes. Auch unabhängig von der Schülerzahl wird die Stadt das Raumangebot verbessern müssen. Denn der Betreuungsbedarf wird steigen - auch wenn die Schülerzahl sinken sollte.

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