Gute Nachricht, nicht nur für Eisendorf: Die Stadt Grafing hat bei der Wasserversorgung Einsparpotenzial entdeckt. sro

Neue Wasserleitung wird überflüssig

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Grafing - So geht es auch: Die Stadt Grafing baut in Eisendorf eine Zisterne und entlastet den Haushalt dabei um satte 300 000 Euro.

Die kommunale Wasserversorgung ist nicht gerade prädestiniert für kreative Einsparmanöver. Sie gehört zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde. So ist es auch im Fall von Eisendorf. Hinzu kommt hier eine gefährlich unzureichende Löschwasserversorgung.

Über 300 Meter Schlauchleitungen müssten im Brandfall von der nächsten Entnahmestelle verlegt werden. „Das ist grenzwertig“, informierte die Verwaltung die Mitglieder des Bauausschusses und entwickelte in der Folge eine beachtliche Lösung, mit der auch noch etwa 300 000 Euro Investitionskosten eingespart werden können.

Die Vorgeschichte: Um dem Eisendorfer Wassernotstand abzuhelfen, war ursprünglich geplant, im Zuge des aktuellen Kanalbaus eine Trinkwasserleitung von Oberelkofen aus zu verlegen. Die Oberelkofener hätten aus ihrer Quelle zwar die Eisendorfer ursprünglich gar nicht mitversorgen können. Deren Situation hat sich aber inzwischen durch einen Verbund mit Grafing selbst quantitativ so verbessert, dass Eisendorf hätte mit angeschlossen werden können -- allerdings zum stolzen Preis von 420 000 Euro.

Kein Pappenstiel, wenn man bedenkt, dass die Eisendorfer als Übergangslösung bereits jetzt mit Aßlinger Wasser über einen leistungsfähigen Notverbund versorgt werden. Der wiederum ist so ergiebig, dass aus dem Provisorium mittels eines langfristigen Liefervertrags mit den Aßlingern eine Dauerlösung werden sollte.

Von dieser Variante profitiert im Übrigen auch die Nachbargemeinde. Denn was die Grafinger in Eisendorf an Aßlinger Wasser beziehen, bekommen sie in gleicher Menge über eine Leitung, die Katzenreuth versorgt, wieder zurück. Von dieser „Rochade“ haben beide Kommunen etwas, durch den ständigen Wasserfluss besteht auch die Gefahr nicht, dass der „Notverbund“ verkeimt.

Bliebe noch das Problem mit der Löschwasserversorgung. Aber dafür wurde eine kostengünstige Lösung gefunden, für die freilich vorher eine langfristige Liefervereinbarung getroffen werden musste. Dieser Wasserpakt wurde zwischen Aßling und Grafing beschlossen und hat jetzt Bestand bis zum Jahr 2042.

Die Lösung für das Eisendorfer Löschwasserproblem liefert dazu eine Zisterne, deren Bau dadurch möglich wurde, dass die Verwaltung am Seeweg überraschend ein entsprechendes Grundstück kaufen konnte, teilte Grafings Bauamtsleiter Josef Niedermaier mit. Die Zisterne wird 100 Kubikmeter Wasser fassen und erhöht die Sicherheit in dem kleinen Ortsteil. Für den Grunderwerb waren 1200 Euro aufzuwenden. Der Bau der Zisterne kostet etwa 80 000 Euro, die Baunebenkosten bezifferte Josef Niedermaier auf ungefähr 13 000 Euro.

Unter dem Strich bleibt eine beachtliche Einsparung von über 300 000 Euro. Ein Beispiel dafür, wie sogar bei einer Pflichtaufgabe kreativ gespart werden kann. Denn die neue Wasserleitung von Oberelkofen nach Eisendorf wird dadurch überflüssig.

Das ist nebenbei auch eine gute Nachricht für alle Anschlussnehmer in Grafing: „Wenn die Kosten für diese Investition wegfallen, steigt auch der Wasserpreis nicht“ - zumindest wohl vorerst - bestätigt Kämmerer Christian Bauer.

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