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Schloss Elkofen aus der Luft: Die Stadt will hier eine „Außenstelle“ des Standesamts einrichten.

Neuer Service auf Schloss Elkofen

Hier kann man ritterlich heiraten

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Grafing - Sie wollen Ihrer Zukünftigen ein besonderes Geschenk machen? Eine Hochzeit auf Schloss Elkofen können Sie ihr nicht unter den Christbaum legen, höchstens einen Gutschein dafür. Den kann die Auserwählte nach dem jüngsten Stadtratsbeschluss mutmaßlich dann aber bereits im kommenden Mai einlösen.

Der Stadtrat von Grafing hat beschlossen, den zur Eheschließung bereiten Bürgern in Würdigung der Tragweite ihres Entschlusses einen besonderen Rahmen zur Verfügung zu stellen. Geheiratet werden kann demnach künftig nicht nur im städtischen Standesamt, sondern auch auf Schloss Elkofen. „Hauptsächlich Einheimische“, so wurden die Stadträte informiert, sollen in den Genuss dieses neuen Angebots kommen, zu dessen Verwirklichung zuerst zwischen der Stadt und dem Eigentümer des Schlosses, Max Graf von Rechberg, eine Art „Ehevertrag“ geschlossen werden muss. In dem werden die zukünftigen Details noch genau festgelegt – und auch die Preise und Gebühren, auf die Ratsmitglied Heinz Fröhlich („Bündnis für Grafing“) in einer ersten Wortmeldung den Blick des Gremiums lenkte – frei nach dem Motto, wer denn das bezahlen solle? Die Stadt jedenfalls nicht, konnte ihn Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) beruhigen. „Das bezahlen diejenigen, die dort heiraten.“ Stadt und Stadtrat Rechberg (CSU) haben auch nach Ehevertrag weiterhin „Gütertrennung“.

Da behaupte noch einer, dass in den Grafinger Stadtratssitzungen zwar viel geredet, aber wenig beschlossen würde, was einen echten Nährwert hätte für den Bürger. Die Idee zur standesgemäßen Hochzeit auf der Ritterburg, deren Turm bereits im 10. Jahrhundert errichtet wurde, kam Rechberg und dem stellvertretenden Standesbeamten Markus Weißmüller nämlich am Rande einer solchen Zusammenkunft im Stadtrat, „als wir nebeneinander saßen“, berichtet Weißmüller. Gute Ideen werden oft außerhalb des Protokolls geboren. Nachdem immer wieder Anfragen aus der Bevölkerung kamen, ob denn eine standesgemäße Heirat auf Schloss Elkofen möglich sei, wurde das Projekt mit dem Stadtratsbeschluss jetzt amtlich.

In Grafing heiraten nicht nur Grafinger. Dass die Stadt ihren Eheschließungsservice auch an Samstagen außerhalb der Dienstzeiten anbietet, macht den Ort offensichtlich für Ehewillige von auswärts ganz interessant. 50 bis 60 Paare schließen hier alljährlich den Bund fürs Leben. Während man eine Scheidung nur beim zuständigen Amtsgericht vollziehen kann, kann man zum Eintritt in eine Ehegemeinschaft den Ort frei wählen. Rein theoretisch könnten also Bürger aus dem ganzen Landkreis auf Schloss Elkofen heiraten. Geplant sind nach derzeitigem Stand jährlich drei bis fünf Termine, und pro Termin werden in der Regel drei Paare getraut.

Der reine Akt der Eheschließung an sich ist nicht teuer. In Grafing kostet die Standardversion zur regulären Dienstzeit 50 Euro. Am Samstag werden 80 Euro verlangt. Wer einen Sektempfang dazubuchen möchte, ist für die Gläser und Bistrotische noch einmal mit 20 bis 40 Euro fällig. Eine individuelle Ansprache verursacht zusätzlich Kosten von 35 Euro. „Halb so wild“ , ist man vielleicht versucht zu sagen, wenn einer ganz profan auf die steuerlichen Vorteile einer Eheschließung schaut. Eine Heirat auf Schloss Elkofen hat aber auch noch einen anderen Synergieeffekt zu bieten. Denn nach der standesamtlichen Heirat in der Burgbibliothek kann in der Schlosskapelle gleich die kirchliche Trauung vollzogen werden.

Also: Einfacher geht jetzt wirklich nicht.

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