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Noch sind nicht einmal die Straßen Schammach II fertig. Bis He rbst soll die Erschließung stehen.

Sehr große Nachfrage

Neues Grafinger Gewerbegebiet: Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln

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So schnell wie die Stadt Grafing das neue Gewerbegebiet Schammach II durchs Verfahren gepeitscht hat, so schnell waren die Grundstücke wieder weg. Dabei ist der Satzungsbeschluss gerade mal ein knappes Jahr alt.

Grafing – „Die städtischen Flächen sind per Handschlag bereits vergeben“, berichtet Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Und Wirtschaftsförderer Tim Grebner ergänzt: „Alles belegt, Kleinflächen sind noch übrig.“ Areale, die sich im Privatbesitz befinden, warten aber noch auf Interessenten, so Obermayr.

„Ich würde nochmal so ein Gewerbegebiet voll bekommen“, schildert der Wirtschaftsförderer die lebhafte Nachfrage. Dass die Stadtverwaltung und die Mannschaft um Bauamtsleiter Josef Niedermaier sowie die Mitglieder des Bauausschusses an diesem Projekt so konzentriert gearbeitet haben, hat sich in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt. Und es wird sich weiter auszahlen. Grebner berichtet, dass nach seiner Einschätzung unter den ansiedlungswilligen Firmen „gute Steuerzahler“ dabei sein werden.

Obermayr erklärt sich den herzhaften Zugriff auf das neu geschaffene Areal so: Die Stadt sei bei der Realisierung „sehr schnell“ gewesen. Das hatte Auswirkungen: „Die Firmen hatten die Sicherheit, dass sie in absehbarer Zeit bauen können.“ Außerdem: „Die gute konjunkturelle Lage spielt uns zu.“ Das neue Gewerbegebiet kam genau zur richtigen Zeit. Soviel Glück hatten die Grafinger nicht immer. Die Vermarktung von Schammach I verlief wesentlich schleppender.

Noch sind nicht einmal die Straßen in Schammach II fertig. „Bis Herbst soll die Erschließung stehen“, berichtet Anna-Maria Pätzold vom Stadtbauamt. Was dann noch komme, sei nur noch die Grünflächengestaltung. Auf die ist Obermayr sogar stolz: „Das ist sehr schön angelegt“, sagt sie. Um die ökologisch aufgewerteten Teilflächen war im Verfahren arg gerungen worden. Der neue Teilabschnitt des Gewerbegebietes bekommt sogar eine Abbiegespur von der vorbeiführenden Straße zwischen Grafing und Glonn.

Das Gesamtareal besteht aus dem ursprünglichen Standort Schammach I, das im Jahr 1999 auf einer Fläche von 12,5 Hektar errichtet wurde, und dem neuen gebiet Schammach II auf einer Fläche von zehn Hektar. Laut Prospekt hat die Telekom zugesagt, in der gesamten neuen Gewerbefläche leistungsstarke Glasfasernetze mit Hausanschlüssen zu installieren, so dass Übertragungsraten bis in den Gigabit-Bereich möglich sein werden.

Das Tempo, mit dem die Flächen der Stadt Interessenten anzogen, lenkt den Blick einmal mehr auf ein altes Gedankenspiel. Im Anschluss an Schammach II könnte im Süden auf Flur der Gemeinde Bruck an eine nochmalige Erweiterung der zusammenhängenden Fläche gedacht werden. Stichwort: Interkommunales Gewerbegebiet. Diese Möglichkeit wurde auf Grafinger Seite im Ausschuss mehrfach angesprochen, und wer sich den Lageplan genau ansieht, der erkennt sogar einen Straßenstumpf der dorthin deutet. „Das könne nach Süden erweitert werden. Aber das kommt auf die Brucker an“, sagt Obermayr.

„Natürlich haben wir uns dazu im Gemeinderat Gedanken gemacht“, sagt Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl zum Thema „interkommunales Gewerbegebiet“. Er will jetzt abwarten, „wieviel Fläche überbleibt, wenn in Grafing der Graben verlegt wird“. Er soll das Gelände entwässern und dabei ökologisch aufgewertet werden. Schwäbl glaubt, dass das auf Brucker Gebiet verbleibende Areal vielleicht zu klein werden wird für solche Pläne. Zudem müsste der dort stehende Wald an anderer Stelle „1:1 wieder aufgeforstet werden“. Die Kommune werde weiter daran arbeiten, den Standort Taglaching zu realisieren.

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