Blick auf den Grafinger Ortsteil Oberelkofen. Ab April werden hier größere Bauarbeiten stattfinden. Foto: jro

Kanal und Wasserleitungen

Oberelkofen wird umgegraben

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Grafing - Die Bürger müssen sich wegen Kanal- und Wasserleitungsarbeiten auf Behinderungen einstellen - los geht's im April.

Hilfe, die Wühlmäuse kommen! Die Oberelkofener können sich ab 4. April auf erhebliche Behinderungen einstellen. Und die werden dann bis zum 2. Dezember des Jahres anhalten. So lange wird es dauern, bis alle Abwasserdruckleitungen, zwei Doppelpumpstationen, und zwei Kilometer Kanalrohre vergraben sind.

Insgesamt sollen bei der Maßnahme 72 Anwesen einen Schmutzwasserhausanschluss erhalten. Bisher entsorgen die Haushalte ihr Abwasser über eigene Versickergruben. Welche Dimensionen die Maßnahme hat, lässt sich aus der Ausschreibung ablesen, die im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht wurde. Insgesamt wird mit 9000 Kubikmetern Rohrgrabenaushub gerechnet. Nach der Verlegung der Rohre muss auf 4000 Quadratmetern der Asphalt wiederhergestellt werden.

Auch nicht wenig: Beim Auffräsen der Straßen fallen 250 Tonnen Fahrbahnaufbruch an. Der muss ordnungsgemäß entsorgt werden, weil er Pech enthält - und das vielleicht in einem Maß, dass der Abraum einer gesonderten Entsorgung zugeführt werden muss. Bei Straßen, die in den 70er Jahren oder vorher angelegt wurden, ist das eher die Regel denn die Ausnahme.

Die Kosten sind auf 1,7 Millionen Euro veranschlagt

„Wir haben 1,7 Millionen Euro dafür veranschlagt“, berichtet Kämmerer Christian Bauer von der Grafinger Verwaltung auf Anfrage der Ebersberger Zeitung über erste Kostenschätzungen. Ein Teil sei heuer, ein weiterer im Haushalt des nächsten Jahres eingestellt.

Das ist aber noch nicht alles. Denn die Oberelkofener brauchen auch eine neue Wasserleitung. Und dieser Wasserleitungsbau schlägt noch einmal mit 800 000 Euro zu Buche.

55 Hausanschlüsse müssen insgesamt umgebunden werden. Bei den Grabungsarbeiten fallen noch einmal 250 Tonnen pechhaltiger Straßenaufbruch an. Und anschließend müssen etwas über 3000 Quadratmeter Asphaltdecke wieder verschlossen werden. Für den Wasserleitungsbau wird mit 3500 Kubikmetern Rohrgrabenaushub gerechnet.

Mit dieser Maßnahme geht die Stadt Grafing, was die Kanalisierung betrifft, auf die Zielgerade. Übrig bleiben nur noch wenig Siedlungssplitter und Einzelanwesen, wo sich die Frage stellte, ob ein Anschluss an das öffentliche Kanalsystem in einem vernünftigen Verhältnis steht zum Aufwand.

Zuschüsse: Eile ist geboten

Die Kommune war zur Eile angehalten. Denn der bayerische Staat stellte die Förderung für Neubaumaßnahmen ein. Künftig werden nur mehr Sanierungen gefördert. Die Eile machte sich in der Verwaltung bemerkbar. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, sagt Bauamtsleiter Josef Niedermaier. Nach Elkofen muss auch noch Eisendorf an den Kanal angeschlossen werden.

Die Entsorgung von Schmutzwasser über eine Versickergrube ist immer auch ein Risiko für die kommunale Wasserversorgung. In Oberelkofen hätte dieser Zusammenhang fast einmal das Aus bedeutet für einen städtischen Brunnen. 50 Tage muss Oberflächenwasser in den Bodenschichten versickern, bis es wieder als Trinkwasser an die Oberfläche gepumpt werden darf. Bei einem Farbversuch in Elkofen wurden diese 50 Tage auf den Tag genau eingehalten. Ein Tag weniger, und der betreffende Brunnen hätte damals bereits geschlossen werden müssen.

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