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Pfarrer stoppt Corona-Spaziergang - selbst Polizisten überrascht

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Von: Josef Ametsbichler

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Einer gegen viele: Pfarrer Anicet Mutonkole-Muyombi (li.) am Montagabend neben Polizeichef Ulrich Milius auf dem Grafinger Kirchenvorplatz. Die Polizei leitete die 250 Demonstranten unter „Pfui!“-Rufen auf den Öxinger Platz gegenüber. Dazwischen die linken Gegendemonstranten (Mitte), rechts die mit Flatterband versperrte Treppe.
Einer gegen viele: Pfarrer Anicet Mutonkole-Muyombi (li.) am Montagabend neben Polizeichef Ulrich Milius auf dem Grafinger Kirchenvorplatz. Die Polizei leitete die 250 Demonstranten unter „Pfui!“-Rufen auf den Öxinger Platz gegenüber. Dazwischen die linken Gegendemonstranten (Mitte), rechts die mit Flatterband versperrte Treppe. © JOsef Ametsbichler

Einen Protestzug von rund 250 Corona-Demonstranten durch die Innenstadt von Grafing (Kreis Ebersberg) hat kurz vor Schluss der Pfarrer gestoppt - zur Überraschung aller Beteiligten.

Grafing/Landkreis – Weder die „Corona-Spaziergänger“ noch die Polizei hatten am Montag mit dem Grafinger Pfarrer gerechnet. Als der unangemeldete Demonstrationszug, der angeblich keiner ist, wie üblich gegen 18.30 Uhr am Kirchplatz enden sollte, war die Treppe dorthin mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Dahinter stand der Pfarrer. „Ich will, dass der Brunnenplatz frei von politischer Meinung bleibt“, sagte Pfarrer Anicet Mutonkole-Muyombi der EZ tags darauf.

Die Absperr-Aktion sei nicht als Zeichen speziell gegen die „Spaziergänger“ gedacht gewesen, sondern generell gegen politischen Protest direkt vor der Kirche.

Pfarrer stoppt unangemeldeten Demo-Zug: Lob und Kritik vom Polizeichef

Seine Haltung erfuhr noch vor Ort Rückendeckung durch den Pfarrgemeinderat – und brachte dem Pfarrer gar ein Lob von Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius ein: „Es ist schön, dass der Pfarrer in dieser Situation Flagge zeigt.“ Aus „taktischer Sicht“ sei es hingegen für die Beamten schwierig gewesen, was Milus wiederum dem Pfarrer verdeutlichte, verbunden mit der Bitte, er möge sich künftig vorab an die Behörden wenden. Der Platz schließlich öffentlich und könne nicht einfach abgesperrt werden.

Die Polizei, mit rund einem halben Dutzend Kräften vor Ort, leitete die rund 250 Teilnehmer auf den Öxinger Platz gegenüber um – was einige aus der Menge mit „Pfui!“-Rufen gegen den Pfarrer quittierten. Der Abend ging friedlich damit zu Ende, dass die „Spaziergänger“ das Lied „Die Gedanken sind frei“ anstimmten, begleitet von lautem Protest durch etwa ein halbes Dutzend linker Gegendemonstranten.

Corona-Proteste auch in anderen Kommunen im Landkreis Ebersberg

In Ebersberg zählte die EZ rund 75 Corona-Spaziergänger. Aus Vaterstetten und Markt Schwaben meldet die Polizei 86 und 60 „Montagsspaziergänger“. Ein Veranstalter gab sich nirgends zu erkennen.

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