+
„Kein intensiver Baubetrieb“: Die Unternehmer im Schammacher Gewerbegebiet sind sauer.   

Straßenbauamt sagt: Arbeiten im Zeitplan – Unternehmer in großer Sorge

Wenig Betrieb am Geister-Kreisel - wo sind die Arbeiter?

  • schließen

Es ist verdächtig ruhig auf dieser Baustelle in Schammach, wo ein Kreisel entstehen soll. Sind die Arbeiter nicht da, oder sind sie bloß unsichtbar? Sowohl als auch.

Grafing/Schammach – Tempo machen bei der Verkehrssicherheit. Das wollten die Straßenbaubehörden, und deswegen soll die Schammacher Kreuzung auf Höhe des Grafinger Gewerbegebietes in einen Kreisel verwandelt werden. Nur: Es geht nicht recht vorwärts, schildern die dort ansässigen Unternehmer.

Zweimal in der Woche ein Handwerker

„Da sieht man zweimal in der Woche einen Handwerker“, berichtet Johannes Kullmann von seinem Eindruck. Er betreibt den Imbiss Craft Food Truck im Gewerbegebiet. Und weil er erst im Oktober mit seinem Betrieb begonnen hat, treffen ihn die mit den Arbeiten verbundenen Umsatzeinbußen besonders. „40 bis 45 Prozent weniger“, sagt Kullmann. „Die Laufkundschaft zwischen Glonn und Grafing kommt gar nicht mehr.“

Umsatzeinbrüche bei den Firmen

Ähnlich ist es bei Johannes Müller, der in Schammach eine Waschstraße und einen Reifen- und Autoglas-Service betreibt. An einem normalen Montag kommen etwa 200 Kunden zum Autowaschen zu ihm. Jetzt seien es noch 40. „Grundsätzlich finde ich den Kreisverkehr gut wegen der Verkehrssituation und der Sicherheit“, sagt Müller. Er anerkennt auch, dass die Stadt verhandlungsbereit war, was den Zeitpunkt des Beginns der Baumaßnahme betraf. „Nur, wenn die Arbeiten bis in den Oktober reingehen, kann ich im Dezember aufhören, weil ich im Frühjahr pleite bin.“ Vier Monate soll der Umbau insgesamt dauern.

„Kein intensiver Baubetrieb“

Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) berichtet aus einem Gespräch im Landratsamt, dass in Schammach „Leitungen geschweißt“ werden müssen. Die Bauarbeiter sehe man nicht, aber sie seien wohl da. „Das ist kein intensiver Baubetrieb“, bleibt Müller bei seiner Wahrnehmung.

So war es ursprünglich geplant: Schammacher Kreisel kommt

Die Grafinger FDP hat sich in dieser Situation zu Wort gemeldet. Ihr Bürgermeisterkandidat Claus Eimer fordert die halbseitige Öffnung für Durchfahrtsverkehr auch während des Baus. Darum hat Müller eigener Auskunft nach in einem Gespräch mit dem Straßenbauamt Rosenheim auch gebeten, was jedoch abgelehnt worden sei. Eimer gibt den unzufriedenen Unternehmern Recht: „Aktuell ist tagelang kein Arbeiter zu sehen.“

Unternehmertum wird geschädigt

„Die Auswirkungen mit weiträumigen Umleitungen sind nicht nur für Anwohner und Verkehrsteilnehmer ärgerlich, sondern für einige betroffene Grafinger Unternehmer im Gewerbegebiet Schammach fast existenzgefährdend“, warnt Eimer. „So wird engagiertes Unternehmertum unnötigerweise geschädigt.“

FDP fordert zum Handeln auf

Die FDP fordert Bürgermeisterin Obermayr und Verwaltung auf, schnellstmöglich in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt eine Lösung zu finden, „so dass die Kreuzung halbseitig zum Beispiel mit einer Baustellenampel von Grafing Richtung Glonn und zurück befahrbar bleibt“. Andernorts würden Kreisel gebaut, ohne eine durchgehende Vollsperrung. Zuständig ist das Straßenbauamt Rosenheim. „Ab dieser Woche beginnt der Tiefbau“, lautet dort die Auskunft. Die Arbeiten seien genau im Zeitplan. Dass die Geschäftsleute über die Ruhe auf der Baustelle irritiert sind, versteht Matthias Kreuz von der Gebietsabteilung. „Die Arbeiter sitzen im Erdloch und verschweißen da die Kabel.“ Am 11. Oktober soll alles fertig sein, verspricht er.

Lesen Sie dazu auch: Der große Crash im Straßenverkehr - und wie man ihn vermeidet  

oder auch:  Dauerthema Verkehr: So soll‘s in Zorneding weitergehen   

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Der Termin fürs Volksfest Poing 2020 steht fest. Und auch, wie viel Geld die Gemeinde für 2019 ausgegeben hat.
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Schon wieder rufen „falsche Polizisten“ an
Es hört nicht auf: Erneut wurden der Polizeiinspektion Poing Anrufe gemeldet von Betrügern, die sich als Polizisten ausgegeben haben. Die Anrufe erfolgten Dienstagabend.
Schon wieder rufen „falsche Polizisten“ an
Mit 160 km/h mitten durch den Ort
Markt Schwaben ist in Sorge, dass der Ausbau der Bahnstrecke München - Freilassing mit Folgen insbesondere für die eigenen Bürger verbunden ist.
Mit 160 km/h mitten durch den Ort
Kommunen in Sorge: Mehr Personal für digitale Schulen
Das digitale Klassenzimmer soll Schulen im Kreis Ebersberg zukunftsfähig machen. Der Staat fördert Investitionen, aber keine neuen Personalkosten. Es braucht IT-Betreuer.
Kommunen in Sorge: Mehr Personal für digitale Schulen

Kommentare