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Konrad Böck, Grafinger Stadtrat von 1978 bis 1996, ist tot. Das Foto zeigt ihn mit seiner Ehefrau Ingeborg, mit der er vor vier Jahren noch Diamantene Hochzeit feiern konnte.

Gewichtige Stimme des örtlichen Handwerks

Grafing trauert um Konrad Böck

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Grafing - Die Stadt Grafing trauert um einen ihrer profiliertesten Bürger: Im Alter von 87 Jahren ist der langjährige Stadtrat und Schreinermeister Konrad Böck gestorben, der von 1978 bis zum Jahr 1996 für die Überparteiliche Wählergruppe Grafing (ÜWG) im Ratsgremium saß.

Böck verlieh im Stadtrat fast zwei Jahrzehnte lang der örtlichen Handwerkerschaft eine gewichtige Stimme und war dabei für seine „bestimmte aber immer auch ausgleichende Art und Praxisnähe“ bekannt, wie sich der Vorsitzende der Freien Wähler in Grafing, Christian Einhellig, gerne erinnert. 

Böck war so lange in Grafing, dass wohl die wenigsten wussten, wo eigentlich seine Wiege stand. Die Familie stammte ursprünglich aus Breitbrunn am Ammersee, wo der Schreinermeister im Jahr 1953 auch seine Frau Ingeborg heiratete, mit der er noch vor vier Jahren in Grafing Diamantene Hochzeit feiern konnte. Ingeborg Böck war Lehrerin und erhielt im Jahr 1983 des „Bundesverdienstkreuz“ für ihr Engagement für behinderte Schüler. 

Seine letzten Lebenstage verbrachte Böck bei Verwandten in seiner alten Heimat am Ammersee. „Dort ist er noch einmal richtig aufgeblüht“, sagt Einhellig, der Kontakt mit dem einstigen politischen Mitstreiter pflegte. Von seinen Freunden von den Freien Wählern in Grafing erhielt Böck noch eine Weihnachtskarte, bevor er schließlich am 28. Dezember für immer die Augen zumachte. 

Böck war das, was man als Schreiner mit Leib und Seele bezeichnen könnte. Seine große Freude am Beruf erklärt vielleicht auch, warum er noch in einem Alter arbeitete, in dem andere längst im Ruhestand sind. Selbst der Einbau von schweren Fenstern – unter anderem im Rathaus in Grafing – war für den Handwerker auch im fortgeschrittenen Alter kein Problem. 

In Grafing engagierte sich Böck unter anderem beim örtlichen Turn- und Sportverein in der Abteilung Geräteturnen. Die Freien Wähler machten ihn für seine Verdienste zum Ehrenmitglied und auch in der Zeit seines politischen „Ruhestandes“ – er war 1996 nicht mehr in den Stadtrat gewählt worden – nahm der Grafinger noch rege am kommunalpolitischen Geschehen in seiner Stadt teil. Böck war auch die ausschlaggebende Stimme, als 1996 die „Überparteiliche Wählergruppe Grafing“ in die Freien Wähler „umfirmierten“. „Er hat uns dabei immer sehr viele Anregungen gegeben“, bedankt sich Einhellig posthum bei dem Verstorbenen.

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