Die Mensa der Grafinger Grund-, Mittel- und Johann-Comeniusschule sorgte wieder einmal für Gesprächsstoff bei den Stadträten. Jetzt wird die Schülerverpflegung neu ausgeschrieben.
+
Die Mensa der Grafinger Grund-, Mittel- und Johann-Comeniusschule sorgte wieder einmal für Gesprächsstoff bei den Stadträten. Jetzt wird die Schülerverpflegung neu ausgeschrieben.

Mittagsverpflegung wird neu ausgeschrieben

Weil‘s in der Mensa zu warm wird: Problemfall Essen-Aufwärmen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
    schließen

Das Mittagessen in der Grafinger Mensa der Grund-, Mittel und Johann-Comenius-Schule sorgte in der Vergangenheit schon für manchen lauten Rülpser im Stadtrat. Jetzt wird wieder diskutiert, weil‘s in dem Gebäude zu warm wird.

Grafing - Die Grafinger Mensa ist ein Passivhaus. Durch das einst vom Stadtrat beschlossene Essen-Aufwärmverfahren wird’s in dem Gebäude mittags jetzt viel zu warm. Nun wird neu ausgeschrieben. Dabei droht ein Preissprung.

Im Schulausschuss stellte Leonhard Kogler von der Grafinger Verwaltung den Sachstand dar. Fakt ist demnach: „Das Aufbereiten von Speisen ist, wie die Erfahrung zeigt, nur bedingt räumlich möglich. Aufgrund der baulichen Gestaltung der Mensa (Passivhaus) entsteht durch das Aufwärmen der Speisen eine Hitzebelastung, welche nicht ohne weiteres verhindert werden kann. Daher wird von einer Fortführung der Aufbereitungsküche u. a. unter Beachtung des Arbeitsschutzes abgeraten.“ Zur Erinnerung: Vorher war eine örtliche Metzgerei mit dem Catering beauftragt. Die Speisen wurden in dem Grafinger Betrieb größtenteils fertig zubereitet und in der Mensa nur ausgegeben.

Täglich werden bis zu 250 Kinder versorgt

Insgesamt nehmen im Vollbetrieb täglich etwa 250 Kinder in der Mensa ihr Essen ein. Die Schüler essen in drei Schichten. Es gibt eine tägliche Auswahl von zwei Gerichten, der Preis beträgt derzeit noch 3,60 Euro pro Mahlzeit. Dazu kommen etwa 60 Kinder, die in der Grafinger Mittagsbetreuung durch einen Caterer versorgt werden. Der Essenspreis beträgt hier 3,90 Euro pro Mahlzeit. Auch bei der jetzt fälligen Ausschreibung soll wieder festgelegt werden, die Kinder müssten täglich eine Auswahl zwischen zwei verschiedenen Gerichten haben. Die Verwaltung zitierte zur künftigen Preisgestaltung eine Stellungnahme des Elternbeirates: Eine kleinere Portion soll demnach mit Nachspeise maximal vier Euro kosten dürfen, für die „größere Portion würde ein Essenspreis von maximal fünf Euro mitgetragen werden“.

Furcht vor satter Preissteigerung

Das entspräche aber einer satten Preissteigerung, weshalb Stadtrat Josef Rothmoser für ein „eher runter mit dem Preis“ plädierte. Das sah auch Veronika Oswald (FW) so: „Fünf Euro finde ich sehr hoch.“ Bei der neuen Ausschreibung soll mehr auf regionale Herkunft der Speisen als auf Bioware bei den Zutaten Wert gelegt werden. Oswald warnte aufgrund der Erfahrungen der vorangegangenen Vergabe, die Ausschreibung zu eng zu fassen, weil sonst zum Schluss „wirklich nur mehr ein Bieter“ überbleibt. Susanne Linhart (CSU) meinte zur Erfahrung der vergangenen zwei Jahre, sie sei von Haus aus gegen die Tiefkühlware gewesen. Wörtlich: „Den Kindern hat es nicht geschmeckt.“ „Fleisch als Formfleisch“, servierte sie als weiteres Gegenargument. Max Graf von Rechberg (CSU) bedankte sich bei der Verwaltung explizit dafür, dass sie einen Fehler korrigiere, „den wir vor zwei Jahren gemacht haben“, als eben der örtliche Anbieter aus Grafing nicht mehr zum Zug kam. „Den wollten sie nicht mehr“, sagte Bürgermeister Christian Bauer (CSU), und ließ dabei offen, wen er meinte: Die Eltern oder die Stadträte.

Mit Übernahme der Mittagsbetreuung der Grundschule durch die Stadt soll die Verpflegungsleistung zusammen mit der Mensa von einem Anbieter erfolgen. Das würde auch einen einheitlichen Preis ermöglichen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Ausschreibung vorzunehmen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare