Jetzt steht der Mann vor Gericht

Serieneinbrecher in Grafing geschnappt

Seine Opfer suchte Ralph D. offenbar willkürlich aus. Mit der Bahn reiste er ab Mitte Februar vergangenen Jahres nach eigener Aussage mehrere Wochen lang quer durch Bayern, stets auf der Suche nach guter Beute.  In Grafing wurde er geschnappt.

Grafing– Er habe im Zug nach dem Zufallsprinzip entschieden, wo er als Nächstes auf Einbrecher-Tour ging, sagte der 48-jährige Baden-Württemberger vor dem Münchner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem weitgehend geständigen Elektroinstallateur vor, dieser sei bayernweit in 16 Geschäfte, Kneipen, Apotheken und Friseur-Salons eingebrochen. Hinzu kommen demnach mehrere gescheiterte Versuche.

In keiner guten Erinnerung hat Ralph D. Grafing. Nicht nur, dass seine Diebstour dort endete – am 25. März nahm ihn die Polizei fest. Auch seine Erfolgsbilanz in der Stadt war zuvor dürftig ausgefallen. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 2017 wollte er der dort der Anklage zufolge gleich in sieben Geschäfte, eine Gaststätte und einen Baucontainer einbrechen. Kein Glück hatte er laut Staatsanwalt als er sich zu Unrecht Zutritt zu einem Grafinger Warenhaus, einem Laden sowie einem Sonnen-, Kosmetik und einem Nagelstudio verschaffen wollte – dort sei es ihm jeweils nicht gelungen, den Schließmechanismus der Tür auszuhebeln. Auch in einem Spielwareladen blieb er demnach erfolglos. Den Besitzern der Geschäfte entstand jedoch durch die zerstörten Türschlösser ein Schaden von jeweils 500 bis 800 Euro.

Bei einem Grafinger Lokal richtete der offensichtliche Amateur der Polizei zufolge sogar einen Schaden von 4000 Euro an der Eingangstüre an. Eine Eingangstür eines Kräuterfachgeschäfts hebelte er nach Erkenntnissen der Ermittler jedoch mit zwei Schraubenziehern aus – im Inneren erbeutete er mehrere Hundert Euro aus einer Registrierkasse. Auch aus einem Baucontainer soll er Geld gestohlen haben. 4500 Euro Bargeld kamen auf seiner sechswöchigen Diebestour im Freistaat zusammen.

„Ich habe die Kohle gebraucht, um Schulden zurückzuzahlen“, rechtfertig Ralph D. vor dem Münchner Landgericht seine Tat. Er sei zuletzt arbeitslos gewesen und habe sich nicht anders zu helfen gewusst. Ein Urteil ergeht frühestens Ende dieser Woche.

Tobias Lill

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Maurer

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