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Friedlich und fröhlich: So soll in Grafing am Unsinnigen Donnerstag gefeiert werden. Dazu müssen die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft werden. Bei Taschenkontrollen wird auch nach Waffen gesucht.

Scharfe Auflagen für närrisches Treiben

Sicherheitskonferenz für Unsinnigen Donnerstag in Grafing

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Der Unsinnige Donnerstag ist eine der größten Veranstaltungen im Zentrum von Grafing. Auf „2000 bis 2500 Leute“, schätzt Kurt Koch, der Vorstand der Faschingsbären den diesjährigen Besuch. Am Dienstagnachmittag gab es deshalb eine „Sicherheitskonferenz“ – und neue Auflagen.

Grafing - Nicht nur organisatorische Änderungen sollen verhindern, dass bei dem beliebten Faschingstreiben ein Unglück passiert. Unter anderem ist im Gespräch, auf den Zufahrten zum Marktplatz Betonpoller aufzustellen, damit sich ein so furchtbares Szenario wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt nicht wiederholen kann. Dort war ein Attentäter in eine Menschenmenge gerast. Die schweren Hindernisse sollen das unmöglich machen. Alternativ könnten die Zufahrten auch mit großen Feuerwehrfahrzeugen abgesichert werden.

Sorge um den Fortbestand der Veranstaltung

„Das hängt alles mit der deutschlandweiten Sicherheitslage zusammen“, bestätigt Gerhard Freudenthaler von der Polizei Ebersberg, dass die Veranstalter zusätzliche Auflagen bekommen haben. Unter anderem dürfen auf dem gesamten Festgelände am Marktplatz keine Getränke in Glasflachen mehr ausgegeben werden. „Wenn da mal was fliegt, macht es einen Unterschied, ob es eine Flasche ist oder ein Plastikbecher“, wirbt der stellvertretende Inspektionsleiter um Verständnis. „Der EHC Klostersee hat das auch so organisiert“, sagt der Polizeihauptkommissar.

Koch findet die neuen Auflagen zwar sinnvoll, hat aber doch Sorge um den Fortbestand der Veranstaltung, die heuer am 23. Februar in der Zeit von 19 bis 23 Uhr über die Bühne gehen soll. Wenn die Bestimmungen langfristig weiter verschärft werden sollten, tauche die Frage auf, „ob wir das noch schaffen“, sagt Koch.

Im Landkreis Ebersberg ist der Unsinnige Donnerstag in Grafing unter den jungen Leuten ein Muss, die sehr oft mit phantasievollen Masken erscheinen. Die Karaoke-Show auf der Bühne vor dem Café Kreitmaier hat sich längst Kult-Charakter erworben.

Taschenkontrollen als Auflage

An der „Sicherheitskonferenz“ nahmen unter anderem die Faschingsbären als Veranstalter, die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes, die Security, die Ebersberger Polizei, der Grafinger Bauhof, die Feuerwehr und Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) teil. Obermayr liegt eigener Auskunft nach viel daran, dass das unbeschwerte Treiben weiterhin wie gewohnt stattfinden kann. „Sie hat uns die Hilfe des Bauhoffes zugesagt“, freut sich Koch und auch Freudenthaler bestätigt, dass sich die Bürgermeisterin für den Erhalt der Faschingsgaudi eingesetzt habe. „Das muss alles im Bereich des Möglichen bleiben, man will ja die Veranstaltung nicht kaputt machen“, sagt Obermayr, die Wert darauf legt, dass die Initiative zu den neuen Auflagen nicht von der Stadt ausgehe. Momentan werde abgecheckt, ob der Bauhof überhaupt in der Lage sei, so schwere Betonhindernisse zu transportieren.

Die zur Auflage gemachten Taschenkontrollen erfüllen einen doppelten Zweck. Zum einen wird nach mitgebrachten Schnapsflaschen gesucht, zum anderen nach Waffen.

In Ebersberg findet am Faschingsdienstag der traditionelle Umzug am Marktplatz mit tausenden Besuchern statt. „Betonabweiser stellen wir nicht auf“, kündigt Bürgermeister Walter Brilmayer an. Die Zufahrten würden für den Umzug aber mit Fahrzeugen der Feuerwehr, des THW und der Polizei abgesperrt.

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