Standort für Berufsschule

Berufsschule: Zorneding macht Rückzieher

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Das Rennen um den Standort der beschlossenen neuen Berufsschule im Landkreis Ebersberg ist wieder offen. Die Gemeinde Zorneding hat ihre Bewerbung zurückgezogen.

Landkreis – Hintergrund für die Zornedinger Entscheidung ist, dass die Verhandlungen für das benötigte Grundstück nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten, berichtet Bürgermeister Piet Mayr (CSU).

Offenbar gibt es aber bereits zumindest in einer Kommune im Landkreis Überlegungen, sich um den Schulstandort zu bewerben. „Das ist am Dienstagabend Thema in nichtöffentlicher Sitzung des Stadtrates“, bestätigte Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne). Man müsse Themen wie Grundstück, Finanzierung und Verkehrsanbindung ganz in Ruhe im Rathaus und gemeinsam mit dem Stadtrat prüfen. Ganz wichtig sei es für sie auch, die Bevölkerung rechtzeitig mitzunehmen, so Obermayr. „Das ist eine Riesenentscheidung.“ Nach Information der EZ könnte der Standort in Grafing-Bahnhof sein. 

Bedauern bei Landrat Robert Niedergesäß (CSU) nach dem Aus der Pläne für Zorneding. „Das wäre ein guter Standort gewesen. Jetzt ist das Rennen wieder offen.“ Die Berufsschule als solches ist quasi beschlossen, inklusive einer Berufsfachschule für Kinderpflege und einer Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Regierung mache keine Vorgaben, wo im Landkreis die neue Schule gebaut werden soll. Wichtig sei, dass die Schule mit dem ÖPNV zuverlässig erreicht werden kann. Das müsse nicht unbedingt ein direkter S-Bahnanschluss sein, so Niedergesäß. So etwas könnte auch mit Bussen flexibel gestaltet werden, beispielsweise durch Taktverdichtung.

Klar machte Niedergesäß auch, es sei bisher ein ungeschriebenes Gesetz, dass das benötigte Grundstück von der Gemeinde kostenlos eingebracht werde, die dann Sitz der neuen Schule sei. Die Kommune habe schließlich auch Standortvorteile, unter anderem die Turnhalle, die von den örtlichen Vereinen genutzt werden könnten. Niedergesäß räumte ein, in der Debatte um den Standort Zorneding habe es auch Rückmeldungen gegeben, Gymnasien oder Realschulen böten eine engere Bindung der Schüler an die Gemeinde. „Wir haben aber noch keine Erfahrungen mit Berufsschulen“, so der Landrat. „Wir werden jetzt ergebnisoffen nach einem Standort suchen.“ Die Entscheidung müsse auch der Kreistag des Landkreises München mitragen können. Das Grundstück für die Berufsschule muss laut Niedergesäß mindestens drei Hektar groß sein. Im Gespräch sind allerdings fünf Hektar, auch in Bezug auf notwendige Sportanlagen und Erweiterungsflächen.

Das war wohl letztendlich auch ein K.o.-Kriterium für den Standort Zorneding. Ursprünglich hatte das dortige Rathaus für die Berufsschule ein Grundstück in Pöring mit rund 2,5 Hektar Fläche vorgeschlagen. Der Standort hätte jedoch erhebliche Verkehrsprobleme bedeutet. Verhandlungen über ein passendes Ersatzgrundstück an einer anderen Stelle im Ort seien leider ergebnislos verlaufen, so Mayr. Inzwischen seien auch die Anforderungen an das Grundstück anhand Raumplanung und Schüleraufkommen präzisiert worden. „Zudem ist die Schülerzahl von anfangs rund 1500 auf etwa 2100 angestiegen“, betonte Mayr. „Die Gemeinde Zorneding kann leider diese Erfordernisse des Schulbetriebes mit dem angebotenen Grundstück nicht erfüllen, sei es in räumlicher als auch in verkehrstechnischer Hinsicht.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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