+
Platz für Vereine soll der Straußdorfer Pfarrstadl künftig bieten – wenn die Finanzierung bewältigt wird. 

Dorferneuerung

Straußdorfer Pfarrstadl soll nicht zum Eventstadl mutieren

  • schließen

Brechend voll war das Feuerwehrhaus in Straußdorf, aber es herrschte auch erkennbare Aufbruchstimmung: Die Dorferneuerung des Grafinger Ortsteils wird von den Bürgern professionell vorangetrieben, was vor allen Dingen die Handschrift des Hauptinitiators Florian Wieser trägt.

Straußdorf – Jetzt wird es im Stadtrat aber bald zum Schwur kommen – denn das Gremium muss formell den Einstig in die Planungen beschließen. Widerstände haben sich bereits angekündigt (wir berichteten), der Kostenumfang wurde schon als „Faschingsscherz“ bezeichnet. Der im Vorfeld aufgeflammten Debatte über die Kosten von insgesamt 3,8 Millionen Euro hielten die Beteiligten jedoch entgegen: „Das ist zu schaffen.“

Eine maßgebliche Rolle wird dabei der katholischen Kirchenstiftung zukommen, die mit dem Gedanken spielt, zur fälligen Renovierung des denkmalgeschützten Pfarrstadls eigenen Immobilienbesitz zu bewirtschaften. Am Ende soll aus dem maroden Haus zwar kein Eventstadl werden, er soll aber so ertüchtigt werden, dass der kleine Ort künftig über einen schönen Veranstaltungssaal verfügen wird, der vermutlich nicht nur von Straußdorfer Trachtlern, sondern auch anderen Gruppen gerne genutzt werden wird. Große oder mittlere Säle sind in Grafing schließlich Mangelware.

Das Amt für Ländliche Entwicklung stellt den Initiatoren rund um Wieser das beste Zeugnis aus: „Das Projekt ist gehobene Mittelklasse“, sagt Rolf Meindl, der für den Münchner Osten zuständige Abteilungsleiter. Die Straußdorfer seien „sehr gut unterwegs“, lobt er die Vorarbeiten. „Die muss man nicht zum Jagen tragen.“

Wieser hatte einen Vortrag ausgearbeitet, der genau auflistete, welche der einzelnen Maßnahmen wie hoch bezuschusst werden könnte. Es ging dabei um die optischen Bremsen an den Ortseingängen, die Gestaltung des Dorfplatzes oder die künftige Nutzung des Millihauses, eine der ersten, historisch belegten Milchsammelstellen in der ganzen Region. Auch die Engstelle an der Kirche, für deren Beseitigung vermutlich Häuser abgerissen werden müssten, wird weiter thematisiert. Bei der fälligen Erneuerung der uralten und viel zu schmalen Gehwege käme den Straußdorfern die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung gerade recht.

„Da müssen wir mit dem Ordinariat reden“, meinte Max Graf von Rechberg (CSU) zur Kostenbeteiligung an der Pfarrstadlrenovierung. Die Möglichkeiten schätzt Fraktionskollege Josef Rothmoser mit Hinweis auf die Pastoralraumanalyse eher nüchtern ein. In Straußdorf seien 400 Katholiken zuhause. Der Straußdorfer Martin Lechner will vor dem Stadtratsbeschluss „den Bebauungsplan noch einmal genau sehen. Das soll schließlich für uns etwas werden“, meinte er. Laut Fahrplan soll sich das Gremium im März 2018 mit der Dorferneuerung befassen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ärger im Schulbus
Weil viele Kinder sich im Schulbus wiederholt danebenbenehmen, erwägt die Gemeinde Poing Konsequenzen.
Ärger im Schulbus
Neue Wohnungen am Gewerbegebiet
So geht es auch: Viel Lob gab es für die Pläne eines Bauherren in Parsdorf an der Münchner Straße.
Neue Wohnungen am Gewerbegebiet
Altes Kino als Stromfresser
Wahre Stromfresser sind die Bühnenstrahler in der Ebersberger Kleinkunstbühne altes kino. Kaum zu glaubende 87 Prozent der Energiekosten können dort eingespart werden, …
Altes Kino als Stromfresser
„Wir haben früher viel mehr gefeiert“
„Wir haben früher viel mehr gefeiert“

Kommentare