Dieses Haus an der Durchfahrtsstraße in Grafing-Bahnhof gehört aktuell dem Bund, die Stadt könnte das Haus erwerben, informierte Bürgermeister Christian Bauer.
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Dieses Haus an der Durchfahrtsstraße in Grafing-Bahnhof gehört aktuell dem Bund, die Stadt könnte das Haus erwerben, informierte Bürgermeister Christian Bauer.

Angebot aus dem Bundeseisenbahnvermögen

Grafing erhält überraschende Chance auf Sozialwohnungen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Das Haus kennt fast jeder, der ab und zu in Grafing-Bahnhof zu tun hat. Es steht exponiert zwischen den beiden Bahnhofsparkplätzen. Jetzt rückt es ins Blickfeld des Interesses.

Grafing – Ein Schnäppchen oder eher ein abrissreifes Gebäude? Die Stadt Grafing hat überraschend ein Angebot bekommen: Sie könnte aus dem Bundeseisenbahnvermögen ein Haus samt Grundstück erwerben in Grafing-Bahnhof in der Hauptstraße 25. Eine Bedingung gibt es aber: Es müssten sozialgebundene Wohnungen daraus werden. Dann gäbe es einen Nachlass.

Grafinger Stadtrat: „Da müssen wir zugreifen“

Der Stadtrat war in seiner jüngsten Sitzung der Ansicht: „Da müssen wir zugreifen.“ Bürgermeister Christian Bauer (CSU) informierte die Stadträte über das Angebot, das auf seinen Schreibtisch geflattert war. Das hohe, alte Gebäude, zwischen den Parkplätzen und dem Busbahnhof westlich der Ortsdurchfahrt, könnte aus dem Besitz des Eisenbahnvermögens herausgelöst werden. Wenn die Stadt hier Sozialwohnungen errichtet, entweder als Neubau oder sanierungsweise, dann läge der Kaufpreisabschlag bei minus 25 000 Euro pro Wohneinheit.

Mehrere Wohnungen in dem Gebäude

In dem alten Gemäuer, das Bahnbedienstete beherbergte, befinden sich insgesamt 438 Quadratmeter Wohnraum, aufgeteilt in eine Wohnung, die 47 Quadratmeter groß ist, vier davon haben 61 Quadratmeter, und zwei etwa eine Größe von rund 70 Quadratmetern. Zum Haus gehört auch ein Grundstück, auf dem zusätzliche Fahrradabstellplätze eingerichtet werden könnten. Nicht alle Wohnungen sind aktuell belegt, was sich als zusätzlicher Vorteil erweisen könnte. Denn genau gegenüber gehören der Stadt ebenfalls Häuser, die längst saniert werden müssten. Das Vorhaben, so erläuterte Bauer, scheiterte aber bisher regelmäßig daran, dass für die Zeit der Umbauarbeiten die dortigen Mieter ausquartiert werden müssten. Da würde sich die Neuerwerbung an der Straße als Zwischenlösung anbieten, auch wenn Bauer einräumte: „Das Grundstück ist sehr belastet durch den Lärm von der Bahn.“

Das Gebäude gehöre weggerissen, meinte Ratsmitglied und Zimmerermeister Josef Fritz (CSU) in der Aussprache. Susanne Linhart (CSU) kennt das Haus von Gratulationsbesuchen her aus ihrer Zeit als stellvertretende Grafinger Bürgermeisterin und meinte ebenfalls: Das Haus sei in einem schlechten Zustand, sie plädiere aber doch dafür, es zu erwerben. „Die Leute haben sich dort wohlgefühlt.“ „Da sind noch Ölöfen drin, die man mit der Kanne nachfüllt“, steuerte Ottilie Eberl (Grüne) ihren Informationsstand bei. Bei einem Neubau, so argumentierte sie, könne man mehr Wohnraum schaffen als im Altbestand. Und Regina Offenwanger (SPD) ergänzte dazu mit dem Gedanken, dass dort zusätzlich auch Raum für Gewerbe eingeplant werden könnte. Ein Gebäude an dieser Stelle sei schließlich auch eine Lärmbarriere für die dahinter liegenden Anwohner.

Mehr Chancen als Risiken

Insgesamt erkannte der Grafinger Stadtrat in dem Kauf weitaus mehr Chancen als Risiken, weshalb die Verwaltung beauftragt wurde, einen notariellen Kaufvertrag vorzubereiten. Es pressiert ein bisschen: Bis zum 2. Dezember muss die Stadt zusagen, sonst kommt das Gebäude auf den freien Markt. Verbunden damit ist eine Zweckerklärung, hier Sozialwohngen zu errichten. Dazu war der Stadtrat einstimmig bereit.

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