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Die Biogasanlage am Schönblick in Grafing ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Projekt. Jetzt wird das Thema neu befeuert durch die Erweiterung des Wasserschutzgebietes.

Wasserschutzzone wird erweitert

Kalte Dusche für Grafinger Biogas-Betreiber

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Grafing - Die Debatte um die Biogasanlage am Schönblick in Grafing geht in die nächste Runde. Das Wasserschutzgebiet der Bärenstadt wird erweitert.  „Die Erweiterung der Anlage ist damit ausgesprochen schwierig bis unmöglich“, erklärt Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne).

Die Erweiterung der Schutzzone sei das vorläufige Ergebnis einer hydrologischen Untersuchung, berichtet Obermayr. Die Biogasanlage würde dadurch zu 100 Prozent in der Schutzzone III liegen, was Expansionsplänen einen Riegel vorschiebt.

„Das ist ihre persönliche Meinung“, so die Reaktion von Florian Rothmoser, Geschäftsführer der Betreiberfirma. Dort will man nun erst einmal das gesamte Gutachten abwarten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Hintergrund: Der Betreiber will die bestehende Anlage intensiver nutzen. Bedeutet: Etwa 20 Prozent mehr Rohstoffe reinstecken, um auch mehr Energie rauszubekommen. „Das ist keine Erweiterung. Auch an der Anlage müsste nichts verändert werden“, sagt Rothmoser. Jedoch sei die Anlage im Außenbereich als privilegierter landwirtschaftlicher Betrieb genehmigt worden. Wenn man nun die verarbeiteten Rohstoffmengen verändere, sei ein Bebauungplan notwendig. Und darüber beschließe der Stadtrat. „Der Betrieb ist rechtlich auch in der Wasserschutzzone möglich“, meint Rothmoser. Das gelte nach seiner Ansicht ebenfalls bei höheren verarbeiteten Mengen. Er betont aber auch: „Wir wollen das Wasserschutzgebiet nicht gefährden.“ Im Stadtrat gehe es dann um einen Abwägungsprozess und eine politische Entscheidung. Die aktuelle Beurteilung der Bürgermeisterin sei möglicherweise „etwas voreilig“. Gleichwohl begrüßt Rothmoser, dass der Betreiber schon frühzeitig durch Obermayr von der aktuellen Entwicklung informiert wurde.

Die Biogasanlage ist in Grafing ein heiß diskutiertes Thema. 2013 hatten Anwohner und Kritiker der Anlage am Schönblick den Bericht eines Geologen vorgelegt, in dem Zweifel an der fachlichen Grundlage der Ausweisung des Wasserschutzgebietes geäußert wurden. Gefordert wurden mehr Grundwassermessstellen, um die Fließrichtung des Grundwassers besser bestimmen zu können. Mehrere Messungen und ergänzende Untersuchungen folgten. Das vorläufige Ergebnis liegt nun vor. „Der vollständige Untersuchungsbericht muss noch mit dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen werden“, sagt Obermayr. Die endgültige Festlegung des Wasserschutzgebietes nehme dann nicht die Stadt Grafing, sondern das Landratsamt nach Prüfung durch das Wasserwirtschaftsamt vor. Für eine „Erweiterung“ der Biogasanlage müsste laut Bürgermeisterin im Flächennutzungsplan ein „Sondergebiet Energieerzeugungsanlagen“ geschaffen werden. „Im Rahmen der Güterabwägung zwischen dem Wunsch des Produzenten nach einer Erweiterung und dem Schutz des Grundwassers für die Bevölkerung müsste der Stadtrat hier eine schwerwiegende Entscheidung treffen.“

Der Betreiber will, bevor er einen entsprechenden Antrag stellt, zunächst die politische Stimmungslage im Stadtrat prüfen. „Das ist für uns sehr wichtig.“ Danach könne man beurteilen, ob man das Projekt weiter führe „oder wir sagen, wir lassen es sein.“ Schon einmal habe man einen Antrag wegen des zu erwarteten großen Widerstands zurückgezogen, erinnert Rothmoser. Für den laufenden Betrieb der Anlage habe die Ausweitung des Wasserschutzgebiets jedoch keinerlei Auswirkung.

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