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Das vorweihnachtliche Grafing war in den vergangenen Jahren vom Budenzauber auf der Marktplatzinsel geprägt. Dieser fällt heuer aus. Das hat der Werbering als Veranstalter entschieden.

Werbering sagt beliebten Budenzauber ab

Grafinger Weihnachtsmarkt ist tot

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Der Grafinger Weihnachtsmarkt wird heuer nicht stattfinden. Das gab der Werbering als Veranstalter via Newsletter seinen Mitgliedern bekannt.

Grafing –  „Die späte Entscheidung im Bauausschuss und eine generelle Unsicherheit bei unseren Standbetreibern haben bereits früh für erste Absagen gesorgt“, schreibt der 100 Mitglieder starke Zusammenschluss von Gewerbetreibenden.

Das ist der vorläufige Schlusspunkt einer monatelangen Diskussion, in der sich zwei Lager scheinbar unversöhnlich gegenüber standen. Auf der einen Seite waren die Unternehmer um Werbering-Chef Peter Schölzel, die in dem Markt auf der Marktplatzinsel einen Attraktivitätsgewinn für die Stadt sahen, der auch auswärtige Kunden nach Grafing lockt. Auf der anderen Seite standen Betreiber von Geschäften am Marktplatz wie Johanna Saißreiner (Metzgerei Saißreiner), die von massiven Umsatzeinbußen im Weihnachtsgeschäft berichteten, weil wegen des Weihnachtsmarktes die Parkplätze vor der Insel wegfallen.

Peter Schölzel hatte Ende Juli dieses Jahres in einer Sitzung des Bauausschusses argumentiert, elf Geschäftsleute würden zur Zeit des Weihnachtsmarktes die Parkplätze vermissen, 20 Geschäftsleute dagegen hätten unterschrieben, dass der Markt an der gewohnten Stelle stattfinden soll. Eine Entscheidung fiel damals nicht, die fiel erst Anfang August im Stadtrat – offensichtlich zu spät.

Bürgermeisterin Angelika Obermayr reagierte am Dienstag auf Anfrage der Ebersberger Zeitung traurig auf die Entscheidung des Werberings. „Das ist total schade, ich bin ein großer Fan des Weihnachtsmarktes.“ Der Marktplatz brauche „Events“, gleichzeitig seien die kleinen Geschäfte „enorm wichtig“ für diesen, beschreibt die Rathauschefin den Spagat zwischen übergeordneter Wirtschaftsförderung und einzelner Geschäftsinteressen.

Zur Erinnerung: Die quälend lange Diskussion um den Markt hatte etliche Facetten. Einige Stadträte, die die Sorgen der Marktplatzgeschäfte nachvollziehen konnten, sprachen sich für eine Verlegung des Treibens in den Stadtpark, auf den Hans-Eham-Platz oder ans Pfarrheim aus. Das jedoch lehnte der Werbering rigoros mit dem Hinweis ab, dass so ein Wehnachtsmarkt auf den Marktplatz gehöre. Schließlich hatte CSU-Stadtrat Josef Pollinger die Idee, die Markt-Buden auf Rollen („Pollinger-Schienen“) zu montieren, um diese vormittags, wenn der Markt geschlossen sei, zur Seite zu schieben und so Parkraum zu schaffen. Am Ende sah es nach einem Kompromiss aus, den Freie-Wähler-Stadtrat Christian Einhellig vorgebracht hatte. Er schlug vor, den Markt so aufzubauen, dass sowohl im Süden als auch im Norden der Insel jeweils zwei Parkplätze übrig bleiben. „Unzählige Gespräche“ habe es gegeben, berichtete Bürgermeisterin Angelika Obermayr enttäuscht. Umsonst. 


Hier ein Kommentar von Redaktionsleiter Michael Acker zum Thema:

Über Monate haben es die Grafinger Stadträte nicht geschafft, eine Entscheidung über den Weihnachtsmarkt 2017 zu fällen. Zwar wurde diskutiert und mitunter phantasiert, aber die Hände wurden erst im August zur Abstimmung gehoben. Da war es zu spät, das Kind lag schon im Brunnen.

Denn: Als Veranstalter braucht der Werbering Planungssicherheit. Die bekam er erst zu einem Zeitpunkt, als schon die ersten Absagen von verunsicherten Buden-Betreibern eintrudelten. Seine Entscheidung, den Markt ausfallen zu lassen, ist folgerichtig. 

Einzelne Geschäftsleute mögen nun frohlocken, weil sie „ihre“ Parkplätze auch im Dezember vor dem Laden haben. Für die vor allem mit Ebersberg im Wettbewerb stehende „Einkaufsstadt“ Grafing ist der Ausfall verheerend.

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