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Nur einer von vielen Unfällen: Im Februar 2007 wurde am Bahnübergang in Wiesham dieses Auto erfasst. Der damals 43-Jährige Fahrer musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. 

Ausschuss des Kreistags stellt die Weichen

Wieshamer Bahnübergang soll endlich beschrankt werden

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Die gesamte S-Bahntrasse wurde runderneuert, zwischen Ebersberg und Grafing wurden neue Schienen verlegt. Die Bahnübergänge wurden ertüchtigt. Alle Bahnübergänge? Nicht ganz. Der gefährlichste von allen, nämlich der in Wiesham, hat immer noch keine Schranken.

Wiesham – Warum wurde das im Zuge der Renovierungsarbeiten an der Trasse nicht gleich mit erledigt? „Technisch ist er gesichert“, gibt Bernd Honerkamp Sprecher des Regionalbüros Bayern der Deutschen Bahn Auskunft auf eine entsprechende Anfrage der Ebersberger Zeitung. Vertraglich gesichert ist der beschrankte Bahnübergang hingegen noch nicht. Die Weichen dazu sollen aber im Ausschuss für Umwelt, Landkreisentwicklung und Verkehr (ULV) im Landratsamt Ebersberg gestellt werden. Er tritt am Dienstag, 18. Juli zu seiner nächsten Sitzung zusammen. „Da ist die Sicherung des Bahnübergangs im Straßenbauprogramm beinhaltet“, bestätigt die Sprecherin des Landratsamtes Evelyn Schwaiger. „Es geht auch um die Kostenaufteilung zwischen Bahn, Bund und Landkreis.“

Zwar liegt der Bahnübergang auf Grafinger Flur. Aber die Kreisstraße, die über ihn hinwegführt, wird nach der Eröffnung der Ostumfahrung zur Ortsverbindungsstraße abgestuft. Das wurde bereits im Planfeststellungsverfahren schon festgelegt. Die Straßenbaulast bleibt aufgrund der Verhandlungen, die die Stadt getätigt hat, bei den genannten Beteiligten. Die Grafinger müssen also für die Ertüchtigung des Übergangs nichts bezahlen.

„Zu den zu erwarteten Kosten möchten wir uns im aktuellen Planungsstadium noch nicht äußern“, will Honerkamp dem Beschluss im ULV-Auschuss nicht vorgreifen. Es gibt aber schon genaue Vorstellungen über die fälligen Sicherungsmaßnahmen, die auch das Ergebnis einer Verkehrsschau sind, die der CSU-Landtagsabgeordnete und Grafinger Stadtrat Thomas Huber (CSU) initiiert hatte. „Nicht zuletzt aufgrund von Unfällen in der Vergangenheit“ habe die Bahn schließlich in eine neue Sicherungstechnik eingewilligt, bestätigt Honerkamp. Die neue Anlage werde aus Halbschranken und einer Lichtzeichenanlage mit gelbem und rotem Standlicht, ähnlich einer Ampel bestehen. „Sofern bis dahin Baurecht vorliegt, und eine Kreuzungsvereinbarung unterschrieben ist, soll der Umbau von Sommer bis Herbst 2018 erfolgen. Unter anderem sollen auch die Straße im Bahnübergangs-Bereich verbreitert und eine übergangsnahe Feldzufahrt verlegt werden“, so Honerkamp. Für die Kreuzungsvereinbarung und damit Aufteilung der Kosten müsse der Straßenbaulastträger klären, ob die Straße von einer Kreisstraße zu einer Gemeindeverbindungsstraße abgestuft werden soll, bestätigt auch er.

In der Vergangenheit war es auf dem Bahnübergang in Wiesham immer wieder zu schwersten Unfällen gekommen. Im Mai 2012 zerfetzte eine S-Bahn ein Wohnmobil in tausend Trümmer. Wie durch ein Wunder überlebten beide Insassen unverletzt. Schlimmer traf es einen Autofahrer aus Kirchseeon, dessen Wagen im Februar 2007 erfasst wurde. Der damals 43-Jährige musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden und überlebte schwer verletzt. Die Liste der tragischen Beispiele ist lang.

Was den Übergang so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass zu bestimmten Jahreszeiten die tiefstehende Sonne die Autofahrer derart blendet, dass sie die Blinkzeichen nicht wahrnehmen. Mit einer Halbschranke soll Abhilfe geschaffen werden, wie auch dem Ebersberger Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer (SPD) in einem Gespräch mit der Südostbayernbahn schon bestätigt wurde.

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