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Da, wo man früher von Grafing/Wiesham kommend auf die B 304-Südumfahrung von Ebersberg stieß, steht jetzt ein Schlagbaum, der nur in Notfällen geöffnet wird. Er entstand auf Betreiben der Grafinger Feuerwehr.

Zwischen Grafing und Ebersberg

Schlagbaum für kleinen Grenzverkehr

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Dort, wo die Straße von Wiesham auf die B 304 traf, ist seit Neuestem eine Schranke. Das steckt dahinter.

Wiesham – Da bekommt der Ausdruck vom „kleinen Grenzverkehr“ zwischen Grafing und Ebersberg eine zusätzliche Authentizität. Zu jedem Grenzverkehr gehört nämlich nach landläufiger Meinung ein Schlagbaum. Jedenfalls war das bis zum Schengen-Abkommen so – und es ist auch jetzt wieder so zwischen Ebersberg und Grafing.

Dort, wo die Straße von Wiesham auf die B304 traf, ist seit Neuestem eine Schranke. Dafür wurde die urspüngliche Straßenanbindung nicht komplett rückgebaut. Der rot-weiße Sperrbalken hat einen Leser der Ebersberger Zeitung zu einer Zuschrift animiert: „Es gibt anscheinend eine neue Grenze zwischen Ebersberg und Grafing. Oder verstehen wir als Anwohner das Gesamtkonzept der neuen Verkehrsplanung nicht? Da wird eine gut funktionierende Zu- und Abfahrt umgebaut, geschlossen und nun mit einer Schranke versehen. Logischerweise ist es für das Elektrizitätswerk, aber lächerlich schaut es schon aus“, meint der Leser amüsiert und würde sich wünschen: „Vielleicht greift das Thema ja einer der Faschingsvereine auf.“

Dabei hat die Schranke einen ernsten Hintergrund. Zustande gekommen ist sie auf Betreiben von Georg Schlechte, Kommandant der Grafinger Feuerwehr. Schlechte hatte sich in dieser Angelegenheit an das Straßenbauamt Rosenheim gewandt. Und dabei ging er vom Schlechtesten aus – nämlich von einem Unfall im Abschnitt zwischen der Ampelkreuzung an der Abzweigung nach Seeschneid und dem Ebersberger Hagebaumarkt. Der zusätzliche Bypass könnte einerseits von Rettungsfahrzeugen benutzt werden, andererseits würde er dazu geöffnet werden, um den sich vielleicht schnell aufstauenden Verkehr abzuleiten, argumentierte Schlechte vor den Straßenplanern und war selbst überrascht, dass diesem Vorschlag so schnell nachgekommen wurde. „Das Bauamt ist gleich darauf eingegangen.“

Das Amt hat damit vielleicht sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn immerhin musste auf diese Weise der alte Straßenverlauf nicht zur Gänze rückgebaut werden, was Kosten verursacht hätte.

„Im Zuge der Planfeststellung der St 2080 Ortsumfahrung Grafing wurde festgelegt, dass die bestehende Einmündung auf die B 304 zurückgebaut wird, und nicht mehr benötigte Flächen rekultiviert werden“, bestätigt Christian Rehm vom Straßenbauamt Rosenheim die ursprünglichen Pläne. Dann kam es aber anders.

Die Grafinger Feuerwehr äußerte die Bitte, die bestehende Einmündung für eine Notauffahrt für Rettungseinsätze zu erhalten. Da die Stadt Grafing der zukünftige Baulastträger der St 2080 alt sein wird, fand ein gemeinsamer Ortstermin statt. Dabei waren Vertreter des Staatlichen Bauamtes Rosenheim, der Stadt Grafing, der Feuerwehren Grafing und Ebersberg sowie die bauausführende Firma beteiligt. Es wurde vereinbart, dass die bestehende Einmündung zwar zurückgebaut und auf einen Fahrstreifen reduziert wird. Der soll für die Auf- und Abfahrt der Feuerwehren im Notfall erhalten bleiben. Um Unbefugten das Zu- und Abfahren von der alten St 2080 auf die B 304 unmöglich zu machen, wurde festgelegt, dass im Zuge des Teilrückbaues eine mechanische Schranke aufgestellt wird. „Die Kosten der Schranke sowie die Unterhaltung, zu der auch die Schlüsselverwaltung gehört, obliegt der Stadt Grafing als künftigen Straßenbaulastträger“ informiert Rehm.

„Die Schranke soll noch angeböscht werden“, berichtet Schlechte über seinen Informationsstand, „damit sie optisch ein bisschen verschwindet.“ Den Schlüssel für den Schlagbaum hat der Feuerwehrkommandant, der sich über die Öffnung dieses Abschneiders im Fall des Falles mit der Stadtverwaltung absprechen will.

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