Nördlich des Eisstadions in Grafing soll ein großer, zusätzlicher Parkplatz bei Veranstaltungen ruhenden Verkehr aufnehmen. Dafür muss von der Ostumfahrung eine Abbiegespur gebaut werden, die jetzt beschlossen wurde. Foto: s. Rossmann

Ein Parkplatz in der Pampa

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Grafing - Was wird aus dem Gelände zwischen Eisstadion und Grafinger Ostumfahrung? Gedankenspiele gibt es bereits. Es entsteht eine vorher nicht geplante Abbiegespur.

In der jüngsten Stradtratssitzung gab es einen äußerst knappen Mehrheitsentscheid für den Bau dieser Abbiegespur, die zu einem noch zu schaffenden Parkplatz führen soll, der ganze 150 Meter vom Eisstadion entfernt sein wird. Zünglein an der Waage bei dieser Entscheidung war Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) selbst. Obwohl sie in der Vergangenheit und besonders als Stadträtin der Grünen immer engagiert gegen den Bau von neuen Straßen in Grafing aufgetreten war, verhalf sie diesem, auf einem CSU-Antrag fußenden, neuen Straßenbauvorhaben doch zum Durchbruch. Wie geht das zusammen?

Obermayr erkannte, gestützt auf Entscheidungen in der Vergangenheit, den „Mehrheitswillen“ des Stadtrates auf Seiten der Befürworter der Abbiegespur. Und diese Befürworter unterstützte sie mit ihrer Stimme gegen das Votum ihrer grünen Parteifreunde, der SPD und des Bündnis für Grafing. Die Abstimmung ging 12:10 aus. Hätte Obermayr dagegen gestimmt, wäre der Antrag bei Stimmengleichheit abgelehnt gewesen. Das Abstimmungsverhalten der Rathauschefin führte dann prompt zu einer ungläubigen Nachfrage von Wolfgang Huber (Grüne), worauf Obermayr unter dem Applaus der CSU erklärte, dass sie ihre Aufgabe als Bürgermeisterin darin sehe, eben dem Mehrheitswillen des Stadtrats zum Durchbruch zu verhelfen.

Die der Abstimmung vorangehende Diskussion warf einige Fragen auf - unter anderem die von Johannes Oswald (Grüne), was denn auf dem Areal eigentlich in ferner Zukunft einmal geplant sei und ob der Parkplatz nicht ein Vorwand sei für den Bau eines Gewerbegebietes. Während der Leiter des Stadtbauamtes, Josef Niedermaier sofort widersprach und meinte, „an dieser Stelle wird nie ein Gewerbegebiet entstehen“, wollte das Obermayr für die ganz ferne Zukunft nicht komplett ausschließen. Und der aufmerksame Beobachter war sich auch nicht ganz sicher, ob angrenzende Wohnbebauung ein Gewerbegebiet an dieser Stelle wirklich verhindern würde. Vielleicht geht es ja mehr darum, die Grundstückspreise nicht jetzt schon in astronomische Höhen zu treiben. Denn Wohnbebauung und Gewerbelärm schließen sich nicht aus, das beweist die Stadt derzeit selbst mit der Entwicklung von Wohnbauten auf dem Baywa-Gelände.

„Alles andere, als hier eine Anbindung zu bauen, wäre ein Schildbürgerstreich“, sprach Josef Pollinger aus, was auch seine Fraktionskollegen von der CSU dachten. Dass der Einstieg in die Planung durch das Straßenbauamt mit der Verpflichtung verknüpft wurde, „innerhalb von zwei Jahren zu bauen“, lag Stadtrat Christian Einhellig (FW) im Magen. „Ich fühle mich geknebelt“, sagte er und stimmte trotzdem zu. „Im Grunde ist das eine Zukunftsvision, eine Möglichkeit sich zu entwickeln“, meinte Max Graf von Rechberg (CSU). Für Wolfgang Huber hingegen ist eine Abbiegespur zu einem Parkplatz in der Pampa eben schon ein Schildbürgerstreich: „150 Meter vom Stadion weg, den wird keiner benutzen“, prophezeihte er.

Für Regina Offenwanger (SPD) ist der Bau einer Abbiegespur von der Ostumfahrung Richtung Stadion zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler: „Wir haben viele andere Projekte, die notwendiger sind. Die Abbiegespur kommt bei mir da ganz weit hinten.“ Da gab ihr Roswitha Singer (Grüne) recht: „Wir sollten erst die Rotter Straße verwirklichen“, erinnerte sie an ein Dauerproblem der Stadt mit dem alten Vhs-Gebäude, „und nicht zuerst eine Straße für die Zukunft bauen.“

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