Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Auf der Rückseite dieses städtischen Gebäudes sollte ein Anbau entstehen. Dort ist aber ein Bolzplatz. Foto: sro

Rechnung ohne den Wirt gemacht

Grafing/Straußdorf - Wie ernst meint es die Stadt Grafing wirklich mit der Mitwirkung der Bürger bei der Dorferneuerung in Straußdorf?

Die Straußdorfer selbst sind wohl der Meinung: „Nicht ernst genug.“ Hat doch der Bauausschuss Pläne entwickelt, in ihrem Ort zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und dabei den halben Bolzplatz im Dorfkern zu opfern, auf dem ganze Generationen der Lederkugel hinterhergerannt sind. Der Bauausschuss hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Straußdorfer zeigten sich nämlich wenig amüsiert von diesem Vorhaben. Konkret: „Die Straußdorfer waren absolut nicht begeistert“, berichtete Stadtrat Josef Pollinger (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Dort wurde eine Skizze vorgestellt, wie an das bereits bestehende städtische Haus in der Grafinger Straße 14 angebaut werden könnte.

Und schon aus der handschriftlichen Notiz wurde deutlich: „Wir befinden uns damit auf Höhe des Fußballtores“, erläuterte Christian Einhellig (FW). „Da kommen wir sehr schnell in Konflikt mit der Dorferneuerung.“

In der vorangegangenen Bauausschussitzung hatte das Gremium große Pläne. Vor allem Stadtrat Franz Frey (SPD) glaubte hier an den großen Wurf, weil das Grundstück in etwa 4000 Quadratmeter groß ist. Wenn man allerdings in Rechnung stellt, dass auf dem Gelände nicht weniger als 23 Parkplätze untergebracht werden müssen - unter anderem für die Fahrzeuge der Einsatzkräfte im nahen Feuerwehrhaus, dann schrumpft der Spielraum plötzlich fast gegen null.

„Es werden mehr Gelegenheiten auftauchen, wo wir günstigen Wohnraum schaffen können“, nahm SPD-Stadtrat Ernst Böhm die neue Situation fatalistisch hin. Der Anbau an das städtische Gebäude, begleitet von zahlreichen Wortmeldungen im Bauausschuss, ist damit vorerst vom Tisch.

Von Michael Seeholzer

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