Wertstoffe neben den Containern, hier an der Sammelstelle bei der Grafinger Schule. Foto: ac

In Grafing schaut's aus "wie die Sau"

Grafing - Wer ist schuld, dass es auf den Wertstoffsammelstellen in Grafing manchmal aussieht „wie die Sau“? Darüber waren im Bauausschuss die Meinungen geteilt. Mit dem Problem werden die Grafinger aber wohl weiter leben müssen.

Auf der Suche nach einem Schuldigen wurden die Bauausschussmitglieder nicht nur unter den Bürgern fündig. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle - wie etwa Abfuhrtermine und Containeröffnungen. Keine Rolle spielt dagegen mehr die Diskussion über eine Video-Überwachung, sei sie nun stationär per Kamera, oder mobil, so wie in Ebersberg durch einen Privatdetektiv organisiert.

Den pragmatischsten Ansatz dazu hatte in der Diskussion Angelika Obermayr (Grüne). Sie plädierte dafür, den Müll weiterhin durch einen Mitarbeiter des Bauhofes entfernen zu lassen, anstatt eine externe Firma mit der Überwachung zu beauftragen. „Dann bleibt das Geld wenigstens in Grafing.“

In der Bürgerversammlung, so erinnerte Rathauschef Rudolf Heiler (FW), sei das Thema Wertstoffsammelstellen ein Dauerbrenner. Wie Wolfgang Bilo von der Stadtverwaltung erklärte, ist inzwischen ein Bauhofmitarbeiter fast ausschließlich damit beschäftigt, die Sammelstellen von daneben geworfenem Müll zu reinigen. „Das ist eine 0,8-Mann-Stelle“, so Bilo. Grob geschätzt lägen die Kosten dafür bei 30 000 bis 40 000 Euro im Jahr. Eine Überwachung verursacht über den Daumen denselben Betrag. „Versteh ich das richtig?“ meinte Stadtrat Max Graf von Rechberg (CSU) in der Diskussion. „Dabei handelt es sich hauptsächlich um Kosten durch zusätzliche Entsorgung, weil wir Müll einsammeln, der dort ungerechtfertigter Weise abgelegt wird?“ Bilo warnte den Bauausschuss davor, sich von der Überwachung zuviel zu versprechen. „Selbst wenn wir eine hätten, wird es immer noch Saubären geben.“ Der Betrag für den Bauhofmitarbeiter könne also nicht eins zu eins mit den neuen Kosten für die Überwachung gegengerechnet werden.

Auch Ignaz Fuchs (CSU) vertrat diese Ansicht: „Das ist ein No-Go“, meinte er im schönsten Neudeutsch. „Die Kosten würden sich verdoppeln.“ Christian Einhellig (FW) hingegen positionierte sich als einziger Stadtrat klar für eine Überwachungsmaßnahme. „Ich sehe das anders. Das verringert sich spürbar. Wir müssen ein Zeichen setzen gegenüber unseren Bürgern und ein Zeichen gegenüber dem Stadtbild.“ Besonders an relevanten Plätzen wie „vor der Stadtbücherei müssen wir was tun“. Michael Hirschläger (parteifrei) widersprach: „Das ist unwirtschaftlich.“ „Es gibt immer ein paar, die sich nicht an die Regeln halten“, bedauerte Franz Frey (SPD), dass schon wieder über dieses Thema geredet werden musste. Olaf Rautenberg (SPD) erkannte das Problem in der seiner Meinung nach zu geringen Frequenz, mit der die Wertstoffbehälter von der Entsorgungsfirma geleert werden. Darauf hat die Stadt allerdings nur einen geringen Einfluss, weil die Verträge dazu der Landkreis abgeschlossen hat und für sie auch verantwortlich zeichnet.

Bürgermeister Rudolf Heiler nahm jedoch die Anregung aus dem Bauausschuss mit, diese Frage noch einmal mit der Kreisbehörde zu diskutieren. Vielleicht lässt sich ja doch noch der eine oder andere Abholungstermin rausquetschen.

Michael Seeholzer

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