AfD-Politiker abgewählt: Rechtsausschuss-Vorsitzender Brandner muss gehen

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Stadträte gegen "Kasernen ohne Pfiff"

Grafing - Ein neuer Stadtteil? Das, was bisher an Vorstellungen für die Umgestaltung des Brauereigeländes an der Kellerstraße vorliegt, wurde im Grafinger Bauausschuss wenig freundlich aufgenommen. „Langweilig“ und „kasernenartig“ lautete das Urteil.

In dem Quartier zwischen der Kellerstraße, der Rotter- und der Mühlenstraße wäre tatsächlich Platz für ein neues Stadtviertel. Von Einkaufsmöglichkeiten war schon die Rede oder auch von einem Supermarkt. Die künftige Gestaltung des Areals war bereits mehrfach Gegenstand von Sitzungen gewesen. Bisher dabei herausgekommen ist eine maximale Wohnverdichtung. „Mir ist das zu langweilig Das gefällt mir nicht“, sagte Angelika Obermayr (Grüne) deshalb. Hier „im Verhältnis das Maximale an Wohnraumquadratmetern“ herauszuholen, sei ihr zu wenig.

Grundeigentümer ist der Grafinger CSU-Stadtrat Max Josef Schlederer. Er war deswegen an Rede und Abstimmung gehindert. Nach einem in der Sitzung herumgereichten Modell sollen in dem betreffenden Quartier fünf „Punkthäuser“ und sechs „Stangenhäuser“ entstehen, was nicht etwa Häuser von der Stange meinte, sondern sich auf ihre längliche Form bezog. Bis zu drei Stockwerke hoch sollen sie werden und an der Rotter Straße Satteldächer bekommen. Die Dachgestaltung im Inneren mit Pultdächern erlaubte Architekt und Stadtrat Christian Einhellig (FW) einen kleinen Seitenhieb auf die im Gremium seiner Meinung nach schon zu Unrecht geäußerte Kritik an dieser Dachgestaltungsart. Schlederer „kann sich jetzt offensichtlich mit den Vogelhausdächern anfreunden. Das haben wir vor Jahren noch ganz anders diskutiert“, meinte Einhellig mit sichtlicher Genugtuung.

„Diese Blocks an der Rotter Straße haben etwas Kasernenartiges“, kritisierte Franz Frey (SPD) den Mangel an gestalterisches Elementen in der Planung. „Mit so einem wertvollen Grund könnte man mit mehr Phantasie etwas Sinnvolleres machen, etwas mit mehr Pfiff“, gab ihm Anja Walz (CSU) Recht.

Bürgermeister Rudolf Heiler (FW) beurteilte die Planung nicht so negativ. Er verwies darauf, dass durch die Höhenveränderung des überplanten Geländes es zu „entschiedenen Verbesserungen in der Nachbarschaft kommen wird“. Der Leiter der städtischen Bauverwaltung, Josef Niedermaier erläuterte nämlich, dass „wir den Hügel abschmelzen wollen“, auf dem das alte Brauereigebäude thront.

„Diese Stufenbauweise finde ich gut“, sagte Stadtrat Michael Hirschläger (parteifrei). Auf mehrfache Kritik stieß, dass der Vorschlag keine optische Aufweitung der Rotter Straße vorsieht. „Das ist mir vorne zu kompakt“, meinte Hirschläger. Niedermaier erläuterte, dass in dem Quartier durchaus auch „Gaststätten, soziale und kulturelle Einrichtungen zulässig sind“.

Einhellig regte an, bei der Planung noch einmal über einen Platz nachzudenken, der an der Rotter Straße den Bürgern als Treffpunkt dienen könnte. Dass gestalterischer Bedarf vorliegt, darüber herrschte im Gremium weitgehender Konsens, nicht nur deswegen, weil Niedermaier meinte: „Wir können dieses Areal nicht einfach nach Marktgesichtspunkten bebauen lassen.“ Für ein bisschen Verwunderung sorgte die Tatsache, dass das Haimerl-Anwesen in die Planungen gleich mit einbezogen wurde. „Es besteht kein Zwang, dass das Haus verkauft oder abgerissen werden muss“ informierte die Verwaltung sicherheitshalber.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren sich einig, dass auf Basis ihrer Anregungen jetzt ein neuer Entwurf gemacht werden soll.

Michael Seeholzer

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