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Baustoffhandel weicht Baustelle. Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände mitten in Grafing entsteht quasi ein neuer Stadtteil.

Städteplanung

Das neue Gesicht Grafings

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Grafing - Auf dem alten BayWa-Gelände will sich die Stadt von der besten Seite zeigen – 200 Wohnungen sind hier im Herzen der Kommune geplant.

Es wird das größte Wohnquartier für Geschoßwohnungsbau in Grafing und ist von der Dimension her geeignet, 07das Stadtbild zu verändern. Darüber herrscht Einigkeit im Bauausschuss. „Dagegen ist die Kellerstraße ein Kindergarten“ vergleicht Architekt und Stadtrat Christian Einhellig (FW) die Planungen, die Städteplaner Klaus Immich für das ehemalige BayWa-Gelände entworfen hat. „Etwa 200 Wohnungen“, schätzt Bauamtsleiter Josef Niedermaier das Volumen grob ein, das hier Platz finden soll. „Genau kann man das noch gar nicht sagen“, relativiert er aber gleich wieder. 12 000 Quadratmeter umfasst das Baugebiet – doppelt so groß wie die Baustelle Kellerstraße.

Auf dem Lagerhausgelände werden randständig mehrere langgestreckte Bauten und in der Mitte drei Punkthäuser entstehen. Die Planvorlage finden die Ratsmitglieder samt und sonders ansprechend.

Allerdings ist vom ersten Entwurf des renommierten Städteplaners Immich nur noch die grüne Kommunikationsinsel übrig geblieben. Und der Weg bis zu diesem Entwurf war steinig, denn es gab eine ganze Reihe von unangenehmen Überraschungen. Dass der Investor, die Myslik Bau GmbH aus Rosenheim, bei der Entwicklung des Geländes eine Riesenportion Geduld mitgebracht hat, wird von Niedermaier in der Sitzung ausdrücklich gewürdigt. Denn eigentlich lastet auf dem Gelände bereits Baurecht. Nachdem das Areal aber so riesig ist und neue städtebauliche Akzente setzen soll, wurde die Fläche einer Bebauungsplanung unterworfen. Es sollte kein Wildwuchs entstehen, sondern ein neues, modernes und ansprechendes Wohngebiet.

Die Herausforderungen, die zu bewältigen waren, hatten es in sich. „Wir hatten massive Überschreitungen beim Gewerbelärm, zum Teil um 20 dBA. Das ist mit Abwägung nicht mehr zu schaffen. Das sind Welten“, schildert Niedermaier das Immissionsproblem, dem mit einer Randbebauung begegnet wurde.

Der Krach kommt hauptsächlich vom Bahnhof, aber auch von einem benachbarten Gewerbebetrieb. „Nichts anderes haben unsere Altvorderen auch gemacht. Sie haben sich mit Gebäuden vom Lärm abgeschirmt“, so der Bauamtsleiter. Unter anderem werden an den der Bahnstrecke zugewandten Seiten in den Häusern keine Fenster eingebaut werden, die zu öffnen sind.

Nach wie vor schwierig und bisher noch nicht ganz zufriedenstellend gelöst ist die verkehrliche Erschließung des Areals, die zum Teil über das nicht ausreichend erweiterbare Nadelöhr Fabrikstraße abgewickelt werden soll. Immerhin gelang es der Verwaltung, den Grundeigentümer dazu zu bewegen, dass der Bypass wenigstens auf vier Meter Breite ausgeweitet werden kann. Ein Begegnungsverkehr wird trotzdem nicht möglich sein. Deshalb wird es hier vermutlich zu einer Einbahnregelung kommen müssen. 

Die neuen Häuser werden eine stattliche Höhe von maximal 12,70 Metern erreichen, was Niedermaier für unproblematisch hält, weil in der näheren Umgebung Bauten stehen, die sogar 16 Meter hoch sind. Das Areal wird als Allgemeines Wohngebiet klassifiziert, das heißt, dass hier auch die Ausübung sogenannter Freier Berufe möglich ist. „Selbst Gaststätten wären dort erlaubt“, meint Niedermaier.

 Ratsmitglied Peter Rothmoser sagt in der Aussprache zu diesem Tagesordnungspunkt: „Es ist schön, dass sich unser Ort so entwickelt.“ Aber man müsse auch sehen, dass das Infrastrukturmaßnahmen nach sich ziehe. „Wir sollten über eine Infrastrukturabgabe in Grafing nachdenken“, schlägt er vor. In Gesprächen mit den Anliegern zu dem neuen Baugebiet sollen weitere Fortschritte erzielt werden, was den Lärmschutz angeht.

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