Dem Wendelstein so nah: Die Grundschule Grafing – von Gsprait aus fotografiert. Foto: Stefan Rossmann

Über der Grundschule soll die Sonne aufgehen

Grafing - Endlich Arbeit für den neu gegründeten Energiebeirat in Grafing: Es geht um die Fotovoltaik auf der Grundschule.

Der erste Schluck aus der Subventionspulle war der beste: Auf dem Dach der Grundschule war bereits im Jahr 2001 eine Fotovoltaikanlage errichtet worden. Diese Anlage erwirtschaftet noch bis zum Jahr 2021 einen Umsatz von 50,6 Cent pro Kilowattstunden und hat eine Leistung von 4,8 KWp. Ab Juli beträgt die Einspeisevergütung jedoch nur noch 18,68 Cent pro Kilowattstunde. Umso schwerer würden die hohen Investitionskosten drücken, war man sich im Bauausschuss größtenteils einig. Angelika Obermayr (Grüne) verteidigte den Prüfantrag ihrer Fraktion dennoch: „Die Preise für die Fotovoltaikanlagen sind so gesunken, dass sich das auch bei einer geringeren Einspeisevergütung lohnt“, hob sie unabhängig vom ökologischen Effekt auf die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens ab.

Die technische Umsetzung des Vorhabens wurde von der Bauabteilung skizziert. Demnach müsste der Dachstuhl des Gebäudes infolge der baulichen Veränderung an die neuen, gesetzlichen Schneelastgrenzen angepasst werden. Zusammen mit der Tragwerksplanung würde das etwa 20 000 bis 30 000 Euro kosten. „Das sind acht auf 14 Zentimeter Sparren, das entspricht überhaupt nicht mehr den Regeln der Technik“, meinte Josef Fritz (CSU). Wenn sich bei näherer Betrachtung auch herausstellen sollte, dass Pfetten und Binder ertüchtigt werden müssen, käme der Ausbau noch einmal erheblich teurer.

Fritz sprach aber noch ein zweites Problem des Gebäudes an: „Die Dämmung liegt oben und ist schon bezahlt, das müsste mal gemacht werden“, kritisierte er den Umgang mit Steuergeld. Es fehlen nämlich noch 300 Quadratmeter Isolierung. „Die Energieeinsparung wäre enorm.“ Die Rede war von dem Teil des Dachbodens, das dem Verein Amateurfunkmuseum als Lager dient. „Das Zeug kommt rauf, aber nicht mehr runter“, kritisierte Heiler das wachsende Inventar der Amateurfunker, das bereits die Sorge nach der Statik der Decke aufwarf. „In dieser Sache müssen wir nochmal nachfassen“, so der Bürgermeister.

„Die Investitionskosten wären viel zu hoch“ kritisierte Michael Hirschläger (parteifrei) den Fotovoltaikausbau. „Auf Neubauten können wird das machen, aber nicht auf Altbauten.“ Da widersprach ihm Obermayr: „Wenn wir die Energiewende erreichen wollen, werden wir um Dächer bestehender Gebäude nicht herumkommen“, meinte sie. „Alt und schwierig lohnt sich garantiert nie“, sagte hingegen Max Graf von Rechberg (CSU). „Die wirtschaftliche Seite müsste man nochmal exakt auflisten“, pflichtete ihm Christian Einhellig (FW) bei. Er wies darauf hin, dass das ThemaFotovoltaik auch einen Sicherheitsaspekt habe. „Da sind Eingänge auf dieser Seite“, warnte er vor einer möglichen Gefahr durch Dachlawinen.

„In Bezug auf die geplanten Neubauten kann mitgeteilt werden, dass der Landkreis Ebersberg plant, den Anbau für die Mensa in Holzständerbauweise zu errichten. Damit wären in diesem Bereich die statischen Voraussetzungen für den Aufbau einer Photovoltaikanlage gegeben“, wurde in der Sitzungsvorlage von der Verwaltung vorgeschlagen. Der Bauausschuss gab den Vorschlag an den Energieausschuss ab, der sich jetzt damit befassen soll.

Von Michael Acker

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