Grafinger Finanzaffäre

Fröhlich bleibt stumm

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Grafing - Grafinger BfG-Stadtrat kam nicht zur Sitzung, in der sich die Fraktionen Aufklärung von ihm darüber erhofften, wie es zu den finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Genossenschaft fair-Grafing Weltladen" hatte kommen können. Fröhlich war hier Finanzvorstand.

„Beruflich verhindert“. Das war die ebenso offizielle wie knappe Begründung, warum Heinz Fröhlich vom „Bündnis für Grafing“ der jüngsten Stadtratssitzung fernblieb. Dabei war die Erwartungshaltung im Gremium groß gewesen. Bis auf das Bündnis waren sich die Fraktionen im Gremium einig, dass Fröhlich ihnen eine Erklärung schuldet. Eine Erklärung dafür, wie es in seiner Zeit als Finanzvorstand der Genossenschaft „fair-Grafing Weltladen" in Grafing zu einem zeitweiligen Fehlbetrag von 13 000 Euro kam, den er zu verantworten hat. 

Wie berichtet, war der BfG-Stadtrat zuständig dafür, die Tageseinnahmen aus dem „fair Weltladen“ am Marktplatz zur Bank zu bringen. Dazu hat Fröhlich bereits eingeräumt: „Ich konnte nicht nachweisen, dass ich das Geld auf das richtige Konto eingezahlt habe.“ Wo ist das Geld dann gelandet? Was wurde damit gemacht? Antworten auf diese Fragen gab es bisher nicht. Als Stadtrat sind das keine Privatangelegenheiten, so der Konsens im Gremium. „Er hat damit auch unsere Arbeit befleckt“, sagt deshalb der Vorsitzende der Fraktion der Freien Wähler, Christian Einhellig.

Der Sitzungssaal im Grafinger Rathaus war voller, als es die Tagesordnung hätte vermuten lassen. Unter den Zuhörern waren BfG-Sympatisanten, aber mit Sicherheit auch der eine oder andere Wähler, der Fröhlich eine der 2684 Stimmen gegeben hatte, die er bei der Stadtratswahl 2014 erhalten hatte. Auch sie dürfte interessieren, wie genau es zu den finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen ist, derentwegen das BfG-Ratsmitglied schon im Sommer den Hut als Finanzvorstand hatte nehmen müssen. Immerhin haben diese Wähler Fröhlich einmal das Vertrauen geschenkt.

„Wenn eine Anzeige gegen einen Stadtrat erstattet wird, erwarte ich, dass ich informiert werde. Es geht um das ganze Gremium“, sagt Josef Carpus, Vorsitzender der CSU. Dass es diese Anzeige gibt, und dass sie die Stadt als Mitglied der Genossenschaft erstattet hat, hat Bürgermeisterin Angelika Obermayr auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung noch einmal bestätigt. „Das Ganze liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft“, sagt sie. Wie sich Fröhlich weiter verhalte, sei auch Sache seiner Fraktion. Die allerdings war am Dienstabend stark geschwächt. Es fehlten sowohl Fröhlich als Fraktionsvorsitzender des „Bündnis für Grafing“ selbst als auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Yukiko Nave, die sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ. Das Bündnis war in dieser Sitzung aber durch Marlene Ottinger, Fröhlichs Ehefrau vertreten, der der Respekt für diese Haltung sicher war.

Für die Sozialdemokraten im Stadtrat sind die Vorgänge um die finanziellen Unregelmäßigkeiten des 55-Jährigen durch dessen Fernbleiben bei der jüngsten Stadtratssitzung nicht vom Tisch. „Ich möchte von ihm selbst auch hören, was er zu sagen hat. Ich möchte seine Sicht der Dinge hören.“ Erst dann könne man über weitere Schritte nachdenken, so SPD-Fraktionsvorsitzende Regina Offenwanger sinngemäß. „Mal schauen, wie wir weitermachen. Vorverurteilen werde ich ihn nicht."

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