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Ehrungen für schönen Blumenschmuck erhielten: v. l. Johann Berger, Rudolf Sachs für Gabriele Grimm, Emma Reiser, Maria Riedl, Rosa Grundl, Rosmarie Winklmüller, Anna Fischer. Rechts der Vorsitzende der Grafinger Gartler Franz Heider, hinten links Bürgermeisterin Angelika Obermayr.  

Gartenbauverein Grafing mit Pflanzaktion im Jahr der Bienen

Platz ist in jedem Blumenkasten

Die Frühjahrsversammlung des Grafinger Gartenbauvereins stand ganz im Zeichen der Biene.

Grafing – Vereinsvorstand Franz Haider begrüßte zahlreiche Mitglieder und Gäste vor einer reich mit bunten Blumen geschmückten Bühne. „Wenn viele kleine Blumenfreunde an vielen kleinen Orten Blumen pflanzen würden, hätten Bienen und Insekten genügend Nahrung.“ Dies war der entscheidende Satz, zu dem den Besuchern an Hand eines interessanten Vortrages von Roswitha Holzmann und Harald Käsbauer von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt nähere Erläuterungen geliefert wurden.

„Insekten und ihre Nahrung im Jahr der Biene“ ist das Thema dieses Jahres im Landkreis, das der Gartenbauverein gerne aufgegriffen hat, und dazu die beiden kompetenten Referenten eingeladen hatte. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Insekten verschwinden aus unserer Landschaft. Ein Drittel dessen, was wir essen, gäbe es ohne die Bienen und Insekten nicht. Der Landesbund für Vogelschutz hat anhand der jährlichen Vogelzählungen im Winter und im Sommer errechnet, das heute 20 Prozent weniger Vögel in unseren Gärten und Auen vorkommen, als noch vor zehn Jahren. Die Ursache dafür ist das Insektensterben. Wo keine Insekten sind, brüten keine Vögel.

In eindrucksvollen Bildern zeigte Roswitha Holzmann die Zusammenhänge von Insekten-Bestand, Vogelwelt, Blumen und Blüten, den entsprechenden Böden, Bäumen und Sträuchern.

Wiesen statt Rasen! Heimische Gehölze pflanzen! Nektar- und pollenreiche Pflanzen! Mischkulturen anlegen! Jeder kleine Balkonkasten sei besser als nichts, lautet der Appell. Frühjahrs- (Krokus, Winterling, Weidenarten) und Spätblüher (Efeu, Fetthenne, Herbstaster, Heide) anpflanzen, das sei Nahrung für Bienen. Wildblumenmischungen könnten entlang von Wegen und Zäunen ausgesät werden.

Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Ebersberg startet dazu einen Fotowettbewerb unter dem Motto: „Das Bienen-freundlichste Blumenbeet!“ Mit schönen Preisen sollen die Gartenbesitzer motiviert werden, mitzumachen. Einsendeschluss ist der 30. September 2018.

Im Rechenschaftsbericht von Vorstand Franz Haider musste dieser leider von einem anhaltenden Mitgliederschwund berichten, ein Schicksal der meisten Vereine mit hohem Anteil an älteren Mitgliedern. Derzeit sind es 670 Mitglieder bei jährlicher Reduzierung um rund 25. Dafür hat der Verein einen sehr hohen Kassenbestand, der dringend abgebaut werden müsse, um nicht dem Fiskus zum Opfer zu fallen.

Bürgermeisterin Angelika Obermayr berichtete in ihrem Grußwort, dass die beiden neuen Kreisverkehre an der neuen Ostumfahrung von der Straßenbaubehörde Rosenheim mit Insekten-freundlichen Blumenwiesen angelegt werden. „Grafing summt – schon länger als Ebersberg!“ so die Rathaus-Chefin. 

Von Otto Hartl

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